Heute ist ja Montag Morgen, ihr seid hoffentlich alle frisch und munter und nüchtern – also bereit für die neue Woche. Darum ist eure Aufnahmefähigkeit perfekt um mit einem eher schlechten Beitrag zu kommen. Ich habe in den letzten 10 Tagen über 20 Leute getroffen, die jetzt oder in sehr naher Zukunft anfangen wollen zu bloggen. Schön ist dabei dass die Meisten davon Corporate Blogger sein werden.

Zuerst einmal möchte ich diesen Neubloggern zu ihrem Mut beglückwünschen. Es ist immer schön, wenn neue Spieler auf dem Spielbrett auftauchen. Und aus diesem Grund möchte ich heute mal kurz auf die Fehler eingehen, die man als Bloggerneuling unbedingt vermeiden sollte.

  1. Twitter und Facebook sind keine Blogs
    Als erstes muss ich eure Hoffnung zerstören. Ich weiss was in den Zeitung und TV gesagt und geschrieben wird, stimmt immer! Aber auch wenn diese Unternehmen dauernd sagen, dass man auch auf Twitter und Facebook bloggen kann – ist das ein kompletten Mist. Diese Leute die sowas sagen, haben von der ganzen Materie keine Ahnung. Und glaub nicht, dass dies nie passiert. Selbst das Schweizer Fernsehen sagt laut, dass wer dort Posts schreibt ein Blogger ist.
  2. Schlechte Technik
    Als Neuling sollte man sofort dafür sorgen, dass man einen Hoster hat der sein Handwerk versteht. Es macht ja nichts aus, wenn man sich mit PHP/HTML und Datenbanken auskennt, aber wenn man davon nichts versteht, ist ein späterer Umzug der Horror. Darum sollte man schon von Anfang an für einen guten Hoster sorgen. Und wer ernsthaft ein Blog unterhalten soll, sollte von fremdgehosteten Blogangeboten die Finger lassen. Die meisten Hoster haben heute eine 1-Klick Blog-Installationslösung – die reicht eigentlich aus und sonst kann man ja noch immer selbst ein WordPress installieren.
  3. Schlechtes Design
    Ein Blog ist wie eine online Visitenkarte. Darum sollte man sich schon Mühe geben und dem Blog ein schönes Design geben. Nichts ist schlimmer als ein chaotische Menüführung oder schlechte Anzeige. Eure Leser danken es euch.
  4. Kryptische Permalinks /?p=100
    Wenn ihr einen Blog installiert, schaut auch dass ihr anständige URL hinbekommt. Das ist nicht nur notwendig wenn man SEO betreibt, sondern ist sich auch leichter zu merken. Ihr werdet jetzt lachen, aber es gibt selbst Grossfirmen die solche URL verwenden wie die hier:
    www.dieurl.ch/index.php?id=895&L=%2F.%2F.%2F.%2F.%2F.%2F.%2F.%2F.%2F.%2Fetc%2Fpasswd%0.
    Ich frag mich bis heute wie diese Firma die URL an ihre Kunden per Telefon weitergibt.
  5. Untaugliche Bilder
    Jeder Blog und auch Webseite braucht Bilder, wir Menschen sind ja eher visuelle Tiere. Darum verwundert es mich immer wieder wie auf Webseiten oder Blogs Bilder benützt werden die so unscharf, verpixelt sind und man sie nicht erkennen kann. Oder das Bilder eingebunden werden die so 5-500MB Gross sind und dann mit PHP heruntergerechnet werden. Dagegen ist fast lachhaft, wenn Bilder nicht optimiert werden für die Google Bildersuchmaschine & Co.
  6. Verlinkung
    Wir sind keine linkscheue Journalisten sondern Blogger. Wenn man über andere Blogs oder Webseiten lästert (oder was erzählt) sollte man da natürlich auch ein Link setzen. Auch sollte man die alten Blogbeiträge im eigenen Blog nicht vergessen.
  7. Kommentarfunktion
    Es gibt tatsächlich Blogs die haben ihre Kommentarfunktion komplett deaktiviert oder man muss sich um zu kommentieren erst mühsam irgendwo registrieren. Liebe Blogger, ein Blog lebt durch Kommentare – wenn ihr die Hürden dazu zu hoch setzt – gibts keine Kommentare und auch keine Leser. Das haben selbst die Zeitungen vor ein paar 100 Jahren herausgefunden und die Leserbriefe für sich entdeckt!
  8. Zu lange Texte
    Ich weiss als Neublogger will man möglichst schnell seine Leser an sich binden und schreibt darum sehr viel und sehr lange Texte. Vergesst das bitte ganz schnell wieder. Ein Blogbeitrag der zwischen 300 und 500 Wörter lang ist, reicht völlig ist. Teilt lieber eure Beiträge in Serien auf oder trennt sie. Niemand will Romane ausser in Büchern (digital/papier) lesen. Ich weiss das ist als Neuling eher schwer, aber eure Leser werden es euch danken.
  9. Langweilig schreiben
    Ein Blog lebt mit der Meinung des Autors. Wer keine hat und nur pr-weichgespülte Texte schreibt, ist langweilig. Und wenn ich schlafen will, gehe ich ins Bett und möchte keine Blogs lesen. Also schreibt spannend und abwechslungsreich, findet euren eigenen Stil. Und hört auf euch dauernd zu wiederholen. Früher nahm man an, dass man gewisse Keywörter möglichst oft in einem Text wiederholen sollte – damit man bei Google & Co gefunden wird. Das ist aber seit bald 10 Jahre nicht mehr so. Vergesst also Keywort-Dichte und so weiter – schreibt spannend und produziert Texte die interessant sind.
  10. Vergiss den Leser nicht
    Es gibt immer wieder Blogger die vergessen komplett ihre Leser. Die leben in einer komplett isolierten Traumwelt und ignorieren den Rest komplett. Also redet mit euren Lesern, auch in Texten, hört zu und denkt daran – bloggen ist Dialogführen kein Monolog schreiben.
  11. Zu schnell zu viel wollen
    Ein Fehler den viele Anfänger mit ihrem Blog machen ist, dass sie zu schnell zu viel wollen. Ich habe schon mit Firmen gearbeitet die im Monat 2 des Corporate Blog zu mir gekommen sind und gefragt haben, warum sie noch keine 100’000 Leser pro Monat haben. Oder das Blogger komplett enttäuscht waren, wenn sie auch nach 3 Monate keine Kommentare generiert haben. Also wer denkt, dass er nach 1 Monat 500’000 Leser, 2,5 Millionen Kommentare und mindestens 100 Millionen $ Umsatz machen, der sollte sich das mit dem Blog nochmals überlegen und lieber ins Casino gehen.
  12. Mangelnde Ausdauer
    Wer mit einem Blog anfängt muss wissen, dass man nicht von heute auf morgen die Welt erobert. Man muss immer drann bleiben, regelmässig schreiben, Werbung machen, gute Texte schreiben, sich immer schön hinterfragen und immer optimieren. Setzt euch lieber kleine Ziele, wie zum Beispiel die ersten 100 Leser im Monat, die ersten 500 Leser im Monat, die ersten 100 Leser am Tag, die ersten 1000 Leser am Tag usw. Wenn man mit kleinen Ziele erreicht, dann löst das ein Glücksgefühl aus und man hat wieder Energie für das nächste Ziel.

    Ich persönlich schau in diesem Blog, dass ich jede Woche mehr Leser generiere als in der Letzten. Erreiche ich es (was oft passiert) freue ich mich wie ein Kleinkind und wenn ich es nicht schaffe, dann such ich den Fehler. In der letzten Woche habe ich 500 mehr Leser gehabt als die Woche davor. JUHUII

  13. Keine Analyse
    Um zu wachsen und besser zu werden, muss man sich Analysieren können. Dazu braucht man harte Fakten und nicht nur Gefühle. Darum baut ein Statistiktool ein und analysiert regelmässig euren Blog. Analysiert die Texte, den Blog, Euch usw. Ich habe schon erlebt, dass Firmen eine Webseite oder einen Blog seit Jahren haben, aber nicht wissen wieviele Besucher, Leads oder Sales sie generiert haben. Und dann möchten Sie dass ich ihre Webseite optimiere und muss von NULL starten – das ist dann sehr mühsam.

So ich habe hier ein paar Punkte aufgelistet, die ihr als Bloganfänger unbedingt vermeiden müsst. Der grösste Fehler aber, den man als Blogger vermeiden sollte, habe ich da nicht geschrieben – und zwar sollte man NIE die Freude am schreiben/ bloggen verlieren. Wem auch immer das passiert, sollte sofort aufhören zu schreiben und eine Pause machen. Lustlose Texte, sind gift für den eigenen Blog und tötet ihn schneller als ein Hackerangriff der NSA.

Nun wünsche ich allen Bloganfänger viel Freude an ihrem neuen Hobby und wenn ihr mir eure URL hier hinterlässt, dann werde ich sicher auch mal reinschauen.

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

3 Kommentare

  • Hi,
    schöner Artikel und nützliche Tipps, die sich nachvollziehen lassen. Ich habe früher auch viele Fehler gemacht, weil ich es nicht besser wusste, aber mit der Zeit lernt man als Blogger eine Menge dazu und ich versuche auch seit Neuestem mit meinen Lesern zu kommunizieren. So macht das Blogging noch mehr Spass und motiviert einen, auch weiter zu machen.

    • wir alle machen fehler, selbst ich heute noch. das passiert. trotzdem warum sollten alle die gleichen anfängerfehler machen? genau um das zu vermeiden habe ich diese liste geschrieben.

      dann viel spass mit dem neu-kommunzieren mit deinen lesern und weiterhin gutes blogging

  • Danke, für diesen Beitrag!
    Es war mir eine Freude ihn zu lesen.

    Dumm, dass einem die (Anfänger-)Fehler manchmal trotzdem (noch) unterlaufen, selbst wenn man um sie weiß, meint, sie zu vermeiden, aber dann hin und wieder doch der Text zu lang wird.

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