Als Blogger kennt man das – da schreibt man einen schönen Artikel der die Leser bewegt und es wird fleissig kommentiert. Und dann kommt irgendwann ein Troll daher, der sich nicht über den Inhalt des Text aufregt, sondern euch wegen Rechtschreibfehler kritisiert. Da konnte man bisher immer schön sagen

Wer Fehler findet, darf sie behalten

Aber jetzt gibts sogar noch eine Studie die sich mit diesem Fall beschäftigt hat und diese möchte ich euch kurz vorstellen.

Forscher der Universität von Michigan zeigten einer Gruppe von 83 Menschen zwei verschiedene Texte: einer war gespikt mit typographischen Fehlern, der andere mit verbreiteten Grammatikfehlern. Der Inhalt der Nachrichten war identisch. Die Forscher wollten herausfinden, wie die Studienteilnehmer die Verfasser der jeweiliegen Texte im Anschluss beurteilen. Wie sehr stöhren sie die Rechtschreib- und Grammatikfehler und wie hängen ihre Reaktionen mit ihrem Profil beim „Big Five“-Persöhnlichkeitstest zusammen?

Aus den Ergebnissen folgerten die Forscher:

  1. das sich weniger verträgliche Personen eher an Grammatikfehlern stören
  2. gewissenhaftere und weniger offene Personen empfindlicher auf Rechtschreibfehler reagieren.
  3. Extrovertierte Menschen seien in beiden Fällen nachsichtiger,
  4. introwertierte dagegen besonders kritisch gegenüber Tippern.
  5. „Das ist die erste Studie, die zeigt, dass Persönlichkeitsmerkmale die Intrepretation von Sprache beeinflussen“, resümiert Julie Boland, Linguistikprofessorin und Leiterin des Forschungsprojekts. Die Autoren weisen darauf hin, dass Lerser im Netz häufig über Schreib- und Grammatikfehler urteilen. Je mehr wir über Social Media kommunizieren, desto verbreiteter seien die Einsätze dieser Grammatikpolizei.

    Frühere Forschungen zeigen, wie Menschen Autoren mit einer Rechtschreibschwäche beurteilen: Wir neigen dazu, sie als „weniger gewissenhaft, intelligent und vertrauensvoll“ einzustufn. Diese neue Studie liefert nun eine konkrete Beschreibung für solche „Grammatik-Nazis“, denen wir alle online begegnen: unverträglich genug, um „intoleranter gegenüber Normverletzungen“ zu sein, extrovertiert genug, um sich gemein darüber auszulassen.

    Oder, wie der Leie sagen würde: einfach soziale Arschlöcher!

    Fazit

    Natürlich könnt ihr jetzt von dieser Studie halten was ihr wollt. Ihr könnt euch aufregen, weil nur wenige Menschen teilgenommen haben und alles damit nur „Einzelfälle“ sein könnten – oder ihr könnt diese Studie nehmen und sie dann euren eigenen Grammtik-Nazis zeigen 🙂

    Also ich musste wegen dieser Studie einfach lachen – nicht mehr und nicht weniger.

    Übrigens man sollte schon schauen, dass man möglichst wenig Fehler in einem Blogbeitrag macht – aber wenn jemand mal ein Komma vergessen hat oder sonst sonst mal was unlogisches geschrieben hat – dann sollte man sich definitiv nicht aufregen.

    Hier gibts noch weitere Infos zu dieser Studie auf Englisch

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

11 Kommentare

  • Ich habe mich köstlich über deinen Text amüsiert und hätte auch fast „Korrektur-Anregungen“ gegeben. Abr di sinn sischer ale gewolt. Insofern: Well done.

    Ja, ich gebe zu, ich bin ein wenig fanatisch, was die Rechtschreibung und Grammatik betrifft. Das liegt auch an meiner Vergangenheit, da in meiner Familie jahrzehntelang jemand als Korrektor in einem ehemaligen Verlag gearbeitet hatte. Das prägt. Aber du hast schon Recht: Man muss da nicht päpstlicher als der Papst sein.

    Grüße, Henning

    • Hoi Henning, danke für deinen Kommentar – ja dann habe ich ja schon mein Ziel erreicht. Ein Blogbeitrag soll amüsieren und zum nachdenken anregen. Wie ich im Text schon geschrieben habe, ich schau dass die grössten Böcke entfernt worden sind, wenn der Beitrag online geht und dann jedesmal wenn ich einen schreibfehler sehen sollte, fliegt der auch raus.

      am besten gefallen mir übrigens grammatik-nazis die dinge wie „ich mach jetzt ein telefon“ kritisieren oder „das tönt spannend“ 🙂 weil zu 99% sind die kritiker dann leute aus deutschland die von helvetismen noch nie gehört haben 🙂

      • Hallo Eric-Oliver,

        zu Deinen 99%: genauso ist es 😉 danke!

        Stolpere selbst (aus Deutschland und nur bedingt vertraut mit Helvetismen) manchmal, aber würde nie auf die Idee kommen, andere Foristen deswegen zu kritisieren.

        Danke für den schönen Artikel!

  • Sehr schön, dass das mal geklärt ist.

    Ich grübele ja noch, ob du die Schreibfehler im Text absichtlich reingebaut hast, um hier jemanden als lebenden Beweis erwischen zu können 🙂

    Ansonsten hab ich nichts gesagt 😉

    Bloggige Grüße

  • Zunächst: Ich kritisiere jemanden nicht öffentlich, wenn er Fehler macht. Aber ich habe eine Meinung zur Orthografie, die wohl auch studienbedingt ist. Ich empfinde sie den ersten Eindruck von Autor und Text. Wenn diese Visitenkarte schon in den ersten Sätzen unangenehm auffällt, lese ich meistens nicht mehr weiter. Das lasse ich denjenigen nicht wissen, weil mir auch niemand vorwirft, dass ich herzlich wenig mit e-Funktionen anfangen kann.
    Aber ähnlich wie der Mathematiker seinen Stoff, halte ich Sprache und richtige Schrift für wichtig.
    Und das, obwohl ich recht umgänglich bin. 😉

    • Hoi auch dir danke für deinen kommentar, natürlich darf man es halten wie man möchte 🙂 noch gibts ja keine lesepflicht in unserer verrückten welt – evtl kommt das noch später…

  • Es ist doch nicht schlimm Fehler zu machen. Die Messages ist letztendlich das was zählt.
    Aber du hast es nochmal auf den Punkt gebracht. Da musste ich schmunzeln.
    LG

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