Früher war das Leben eines Marketingspezialisten viel einfacher, damals konnte man eine Werbekampagne machen und ein Plakat drucken und im Dorf aufhängen. Sollte die Werbung mal ein paar Geister aufregen, dann bleibt die Katze im Dorf – denn Kontakt mit anderen Dörfer war selten. Heute ist aber die ganze Welt zu einem Dorf zusammengewachsen und das ist wohl die grösste Leistung des Internets.

Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass eine Werbung die in deinem Land als OK gilt, im Ausland für Aufregung sorgt.

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Das durfte ja auch schon ein Konzern wie Lego erfahren, so hat sich zum Beispiel die Islamische Gemeinde ziemlich heftig gewehrt, als Lego den Star Wars Tempel von Jabba the Hutt verkauft hat. Das ging dann im Jahr 2013 so weit, dass Lego das Produkt zurückziehen musste. Ob es sinnvoll ist ein Produkt wegen sowas zurück zu ziehen ist eine andere Sache.

Nun schlägt gerade eine Werbung aus China ziemlich hohe Wellen in der Welt. Und zwar gehts da um einen Waschmittelhersteller Qiaobi. Sie zeigt da eine junge Chinesin die einen Schwarzen in die Waschmaschine steckt und heraus kommt ein sauberer weisser Chinese.

Nun ist aber so, das jetzt auf der Welt ein totaler Shitstorm tobt und der chinesische Hersteller versteht die Welt nicht mehr. In China ist es nämlich so, dass man die Nichtchinesen belächelt und China ist das Herz der Welt. Man kann kurz sagen, sie haben einen sehr ausgeprägten Patriotismus – fast so wie die Russen und die Chinesen. Die Chinesen haben sogar dafür ein eigenes Wort nämlich Gweilo – was übersetzt soviel heisst wie Geistermensch manchmal wird das sogar als „Weisser Teufel“ übersetzt (Info auf Wiki).

Nun ist es aber so, dass man als Weisser Mann eh das Urböse auf der Welt ist und die armen Schwarzen sind das Daueropfer – so sehen es wenigstens die politisch überkorrekten Menschen auf der Welt und aus diesem Grund sehen sie diesen Werbespot als absolut ober-rassistisch an.

Und hier haben wir nun also ein Problem vor dem viele Marketingleute stehen. Was in einem Land als OK angesehen wird, kann in einem anderen Land als absolut schlimm aufgefasst werden. Nicht nur Werbung steht vor diesem Problem sondern auch Markennamen – denke da an die Webbaukasten Firma Wix aus Israel. In Israel ist das wohl nichts schlimmes aber wir hier im deutschen Sprachraum müssen darüber lachen – und ja manche Menschen bekommen davon sogar rote Ohren und regen sich über diesen perversen Namen auf.

Aus diesem Grund ist es wichtig seine Kunden zu kennen. Wenn man ein lokaler Anbieter auf dem Land ist, dann wird das wohl nur die Städter aufregen aber keinen grossen Einfluss auf deine Kunden und Umsatzzahlen haben. Ist man aber ein internationaler Konzern, dann kann so eine gescheiterte Marketingkampagne schnell mal ein paar Millionen kosten und den Ruf einer Marke beschädigen.

Wir kleinen KMU’s können aus solchen Dingen wirklich gut lernen und wir merken, dass selbst grosse Firmen nicht vor solchen Fehler geschützt sind.

Nun was in diesem Fall passieren wird, ist wohl nicht weiter tragisch. Das ist ein reines chinesisches Produkt – ich habe noch nie so ein Waschmittel bei der Migros oder Coop gesehen. Also werden sich die Leute wohl ein wenig aufregen und in den nächsten Tagen wird sich die Troll-Community auf das nächste Opfer stürzen. Schaden wirds dieser chinesischen Firma wohl gar nicht, sondern eher nützen – seine Marke wurde nun international Bekannt und wie wir alle wissen, jede PR ist willkommen – die Guten wie die Schlechten.

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

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