journalistenIch hatte letzte Woche ein paar sehr interessante Diskussionen. Unter anderem hat die Frage, wieviel ein Corporate Blog das Unternehmen kostet eingeschlagen wie eine Bombe.  Ich hatte mehrere Tage alle Hände voll zu tun in Google+, Facebook und Twitter auf die daraufhin entstanden Diskussionen zu reagieren.

Ich habe dann auch Sätze von einer Unternehmerin gelesen wie:

Das es keinen Sinn macht, wenn ein Unternehmer die eigenen Angestellten zum bloggen benützt. Auch glaubt Sie nicht, dass ein Blog erfolgreich sein kann, es sei denn, die Mitarbeiter seien Journalisten, Redakteure, oder Techniker mit Schreibtalent.

Meine Antwort auf diesen Satz ist eigentlich ganz klar – Das ist nicht Richtig !

Das ist nämlich eines der Dinge das ich auch immer wieder zu hören bekomme. „Wir können nicht bloggen weil wir keine Journalisten sind“ und das ist einfach nur Käse. Hingegen was stimmt ist, dass man Freude am Schreiben haben muss. Das ist wohl die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bloggerkarriere. Aber das sollte wohl logisch sein – denn jemand der was mit Freude macht, macht es besser als jemand den man zu was zwingt.

Aber der Rest ist einfach nicht wahr. Es gibt nur ganz wenige Firmen die Journalisten als Mitarbeiter haben und dabei normale KMU sind und keine Medienhäuser oder Grosskonzerne.  Solche Firmen sind meistens sehr grosse Konzerne und haben riesen Marketing und Social Media Teams die auch den einen oder anderen Journalisten beinhalten.

Ich kann hier ein paar Beispiele nennen. Ich hatte mal einen Schweizer Kunden der war Handwerker. Dieser Handwerker wollte sich besser verkaufen und sich von seinen Kollegen abheben. Dafür hat er sich für einen Blog als Instrument entschieden. Nun hat er dank mir einen sauberen Blog bekommen und das nötige Rüstzeug damit er Blogtexte schreiben konnte. Es konnte perfekt ein Dach neudecken aber mit dem Computer hatte er noch keine Freundschaft geschlossen. Er hat nun die ersten paar Blogbeiträge mit „Ach und Krach“ geschrieben und veröffentlicht. Die Reaktion seiner Kundschaft war da aber ziemlich gut. Er wollte sich aber nicht mehr diesem Ärger stellen und wollte nicht mehr selbst bloggen. Also hat er ein freischaffenden Journalisten angeheuert und seine Blogtexte professionell schreiben lassen. Danach hat der Kunde sich gewundert, dass seine Besucherzahlen, die am Anfang so genial waren wieder in den Keller gefallen sind und er auch keine Kundenreaktionen mehr erhalten hat. Da kam der Kunde wieder zu mir und wollte wissen, was jetzt wieder los ist.
Ich musste dann dem Kunde diplomatisch erklären, dass seine Texte nicht mehr Blogtauglich sind, sondern irgendwo zwischen Pressemitteilung und Nichtssagenden-Bla-Bla-Texte liegen. Der Journalist hat es geschafft, eigentlich interessante Themen über Holz so langweilig zu gestalten, dass die Texte eher MLM Werbetexte wurden.

Nun was lernte der Kunde aus dieser Aktion. Ein Journalist kann wohl gut mit Computer und den Copy & Paste Befehlen umgehen – aber um einen spannenden, fesselnden Blogbeitrag schreiben zu können, dafür muss man mehr können. Nun der Kunde hat die Zusammenarbeit mit dem Journalist beendet. Er schreibt nun in Stichworten den nächsten Blogbeitrag, schickt ihn mir und ich schreibe dann den Text blogtauglich um und veröffentliche es. Und seit wir diese Abmachung haben, läuft auch sein Blog wieder.

Nun das ist ein Beispiel aus meiner beruflichen Laufbahn, wo ich die Unterschiede zwischen Journalisten und Blogger sehr deutlich sehen konnte.

Hier noch ein paar Beispiele von Corporate Blogs, die keine Journalisten schreiben:

Dann habe ich hier noch eine Liste von Blogs wo mehrere Autoren daran schreiben:

Nun ich habe hier euch jetzt gezeigt, dass man weder ein Journalist sein muss um einen guten Corporate zu führen und das man auch im Team erfolgreich sein kann.

Was braucht es den?

  1. Das wichtigste ist wohl, dass man Freude am schreiben hat. Man kann nun ein Text selbst schreiben oder man plant den Text in Stichworten und gibt ihn dann der Sekretärin oder einem anderen Mitarbeiter zum „schönschreiben“.
  2. Ein gutes Blogkonzept ist dringend notwendig. Man braucht unbedingt einen „roten Faden“ im Blog. Ein wenig chaotisch rumexperimentieren ist wohl bei einer Creativfirma noch einigermassen OK, aber bei einem Handwerker oder Dienstleister erwarte ich einen sauberen Blog und eine Themenstruktur die dazu passt.
  3. Wenn man im Team arbeitet, dann ist gute Planung und Organisation doppelt so wichtig. Damit jeder weiss, wann er was zu tun hat und es kein Chaos gibt. Dazu kann man verschiedene online Tools verwenden oder die Hilfe des guten und alten aber modifizierten Medienplans nehmen.

Zum Schluss noch eine Persönliche Bemerkung, bevor ein Unternehmen ein Journalist anheuert um seine Blogpost zu schreiben, sollte man zuerst das Interesse der Mitarbeiter wecken und sie so zum mitarbeiten zu bewegen. Und wenn das nicht geht, dann holt man sich externe Hilfe in Form eines Blog Spezialisten. Den PR Texte sind KEINE taugliche Texte für den Blog!