seeleAlle die meinen gestrigen Blogbeitrag gelesen, „Blogger verschenkt nicht eure Seele“, werden jetzt sicher denken, dass der Chefblogger komplett den Verstand verloren hat. Immerhin habe ich da gesagt, dass es OK ist wenn man Geld für seine Blogbeiträge nimmt, und jetzt sag ich „Blogger verkauft nicht eure Seele“.

Aber keine Sorge – ich habe nicht den Verstand verloren, sondern möchte euch hier die andere Seite der Medaille zeigen.

Und zwar ist es schon so, dass man als Blogger ruhig auch Geld/ Dienstleistungen oder Produkte als Gegenleistung für einen Blogbeitrag oder Analyse verlangen darf. Nur darf man dabei das Augenmass NIE verlieren.

Den euer Ruf steht hier auf dem Spiel !

Es ist nämlich als Blogger absolut wichtig, dass man unabhängig, seriös und objektiv ist. Diese 3 Punkte sind eure Grundbausteine für den Erfolg. Wenn ihr die Verliert seid ihr keine Blogger mehr sondern nur gekaufte PR-Leute.

Ich habe schon öfters erlebt, und es ist egal was für Bloggertyp es waren, dass Leute sich richtig, von den Firmen, hat kaufen lassen.

So kenne ich Reiseblogger die am Anfang ihrer Karriere ganz ehrliche Beiträge geschrieben, mit allem Guten und auch dem Schlechten was sie so auf ihren Reisen erlebt haben. Aber dann sind Reiseveranstalter auf sie aufmerksam geworden und sie wurden auf Reisen in die Amerikanischen Raum oder den Asiatischen Raum geschickt, und auf einmal waren ihre Blogbeiträge so geschliffen und nur mit Wörter wie genial, unglaublich, perfekt, cool gespickt, dass man sicher sein kann, dass diese Blogger ihre Seeles für den nächsten Reisetripp verkauft haben.

Was ähnliches habe ich bei einer Fashionbloggerin erlebt. Am Anfang waren ihre Texte über die Klamotten, den Kleiderstil von anderen Leuten wirklich genial zum lesen (und sie war natürlich auch was fürs Auge aber pssssst) – und dann als sie zu Modeschauen nach Mailand, Paris oder London eingeladen wurden, hätte ich irgend eine Frauenzeitschrift aufschlagen können und dort die gleichen furz-trockenen-gekauften Texte finden können. Ich muss hier auch nicht sagen, dass aus ihrer Persönlichen Kleidergrösse von ca 38 eine Size-Zero-Bohnenstange geworden ist. Auch dieser Blog konnte man danach von der Feedliste streichen.

Ich habe im laufe der Jahre oft solche Bloggerkarrieren erlebt, die von hochgradig seriös und interessant zu PR Zombies mutiert sind – die dann irgendwann in diesem System gefangen sind und nicht mehr heraus kommen.

Natürlich, gibt es ein gewissen Druck von Seiten der Auftraggeber, der auf die Blogger lastet, damit der Blogger die Dienstleistung oder das Produkt möglichst gut bewertet. Das ist der einfachste Weg, damit der Blogger bald wieder einen Auftrag dieser Firma bekommt. Aber andererseits möchte ein Leser eines Blogs, die ehrliche, direkte und unzensierte Meinung über ein Produkt/ Dienstleistung haben und keine PR Zombie-Texte. Den wenn ein Blogger nur noch so schreibt, wandern die ernsthaften Lesern ab und der Blogger bleiben nur noch die Suchmaschinenbots als Leser. Aus diesem Grund ist die Karriere eines solchen Bloggers, der seine Seele verkauft hat, oft sehr kurz.

Also wie gesagt, es ist absolut in Ordnung wenn man Geld möchte, für einen Textbeitrag. Aber wer anfängt alles nur noch im Sinne der Firma zu schreiben, der verliert Leser und Traffic und er verbrennt sich irgendwann und natürlich verkauft er seine Seele an die Firma.

Ihr müsst nun eine Balance finden, zwischen guten und ehrlichen Texten, und eurem Drang Geld zu verdienen. Den ja es kann man sein, dass ein Produkt kompletter Schrott ist und dann muss die Firma damit leben, dass der Blogbeitrag mal etwas kritischer herauskommt.

Natürlich werdet ihr mit so einer Einstellung hin und wieder eine Firma verärgern, aber so erhält ihr eure Objektivität, Seriosität und Unabhängigkeit und habe viele Jahre Freude an eurem Blog.

Goldene Regeln beim Vermarkten des Blogs





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