Danke fürs teilen 🙂

Als ich nach meiner üblen Bauchgeschichte vor Weihnachten mich rumgequält habe, sah ich per Zufall einen Tweet aus Zürich, wo man uns aufmerksam machte, dass in Februar das 1. Schweizer Medien-Barcamp über die Bühne geht. Obwohl ja die Journalisten angeblich der Erzfeind der Blogger sind, habe ich mich wenige Stunden später für das Barcamp angemeldet. Und gestern war es soweit – ich war am 1. Schweizer Medien-Barcamp in Zürich.

Der Gastgeber war das SRF und so war ich das 1. mal in diesem Gebäude. Obwohl ich mich irgendwie verfahren habe, bin ich trotzdem zur richtigen Zeit angekommen und war sogar einer der Ersten.

Nachdem ich der Beschilderung gefolgt bin, ging es in die verbotenen Hallen des SRF 🙂 Und im Studio 2 war dann unser Hauptsaal

Nach und nach sind dann die anderen Teilnehmer des Barcamps auch eingetroffen und man konnte sich ein Kafi schnappen und die Kollegen begrüssen. Leider hat mich das SRF hier böse verarscht – anstatt einen schönen Kafi zu bekommen – hat mir der Automat nur so ein Spruz rausgelassen

Das fand ich wirklich nicht so nett. Und ich habe weiter so vor mich hingedöst (war halt immer noch früh in der Nacht)

Nach der sehr netten Begrüssung der Moderatoren Bettina Werren und Dominik Born ging es dann gleich los mit Vorstelungsrunde und Sessionplanung. Darf ich hier noch sagen, dass diese beiden Moderatoren es viel besser gemacht haben also die „gestanden“ Moderatoren die das SRF sonst noch verwendet? Das war natürlich und nicht gespielt oder gekünstelt – wie wenn der Epiney die Rigozzi auf der Bühne anspricht. Also liebes SRF (wenn du das überhaupt liest) nimm die Beiden für die nächste Abendshow und ich schalte vielleicht nach bald 10 Jahren SRF Abstinenz mal wieder ein! Deal?

Zurück zum Thema – dank dem Minikafi war ich noch gar nicht richtig fit, darum ging meine Idee mit dem Selfiestick-Foto auch ziemlich in die Hose

Ich wurde dann noch von meinen Freunden die ich da getroffen habe aufmerksam gemacht, dass ich noch meine Session vorstellen sollte – wenn ich sie halte will. Wie immer bei einem Barcamp sieht man schön ob eine Session ankommt oder nicht und dankt den Hand-aufgestreckten teilnahmewilligen Teilnehmer weiss man auch dann gleich welchen Raum man dafür braucht.

Also ging ich auch nach vorne und habe meine Session mit dem Titel „Journalisten lernt von den Blogger – oder in 10 Jahren gibts euch nicht mehr“ vorgestellt. Da die Orgas des Barcamps auch fleissig selbst gföttelet haben, wurde ich auch abgeschossen – so böse 🙂

Das Interesse an der Session hielt sich wie gewohnt in Grenzen. War mir eigentlich von Anfang an klar, denn wer hats schon gerne wenn man ihm sagt, dass sein Beruf am Aussterben ist 🙂

So sah dann am Schluss der Sessionplan aus. Es gab viele sehr verschiedene Sessionmöglichkeiten und dann gings auch gleich los.

Zuerst war ich beim bekannten Internet Anwalt Martin Steiger. Er ist ja auch ein Blogger und hat uns gleich auf die Reise genommen und uns gezeigt welche Bilder legal sind und welche eher nicht. Wie ich ja selbst schon rausgefunden habe, ist das Fotografieren in der Migros verboten.

Es gibt in der Schweiz kein Gesetz, dass verlangt, dass du dein Passwort der Polizei geben musst.

sowie das

das

und das

Wie immer eine sehr spannende Session. Danach war ich bei der Session von Andreas von Gunten. Wer schon länger Digital lebt, der hat von ihm schon gehört.

Er möchte, dass das SRF seine produzierten Inhalte für alle frei gibt die man dann verarbeiten und verkaufen kann. Ich find die Idee interessant aber irgendwie auch blöd. Dass das SRF seine Sendungen sofort auch online stellt – find ich eine geniale Idee – immerhin ist ihre Mediathek sehr begrenzt. Aber warum soll eine Firma Sendungen dann verkaufen können, für die sie gar nichts gemacht hat? Komische idee – aber weiterhin diskussionswürdig 🙂 So nebenbei haben wir noch erfahren, dass das SRF eine API hat – mit der werde ich später mal rumspielen.

Immer wieder waren wir in spannende Bereich vom SRF

Wer kennt echt das Logo oben Rechts noch? Das war früher eines der Flaggschiffe der Abendunterhaltung.

Danach gab es Zmittag und auch hier gab es was feines aber undefinierbares. Chäshörnli mit Apfelmus oder Älplermaccaroni ohne Kartoffeln – egal diese Speck-Käse-Maccaroni waren fein – dazu gab es Salat und ne Version ohne Speck.

Nach der Mittagspause ging es dann gleich weiter mit der Session von DRKPI. Urs erzählte uns dann was Verlage / Medienhäuser falsch machen mit ihren Blogs. Es entstand eine sehr schöne Diskussion

Nach der Session gings dann für mich los.

Ich habe den Teilnehmer dann den Spiegel vor die Nase gesetzt und gezeigt wie ich den heutigen Journalisten so sehe – nämlich als Textäffchen das 10 Artikel in 30min schreiben muss und darum überall alle Abkürzungen nimmt (wie abschreiben oder Themen aus Twitter nehmen) wie nur möglich. Meine Theorie hat dann meine Journalistischen Zuhörer immer mehr aufgeregt, bis sie explodiert sind und mir Pauschalisierung vorgeworfen haben.

Ich musste da ziemlich grinsen, ich soll also die Journalisten nicht alle in einen Topf werfen. Lustig find ich das ja – wenn Journalisten fast täglich alle Menschen in einen Topf werfen. Alle Amerikaner sind arme Würstchen die gerade von einem Hitler übers Ohr geführt werden. Blonde Frauen sind Dumm usw. Ich fand dieser Vorwurf sehr lustig und hab weiter gemacht in meiner Session.

Spannend war dann aber am Schluss gab es einzelne die mir sogar recht gegeben haben und in persönlichen Gespräche mit den Teilnehmern sind noch mehr dazu gekommen die mir recht gegeben haben.

Also ich kann sagen, die Journalisten da wurden böse auf mich weil ich ihnen knallhart gesagt habe wie man sie von aussen sieht (aussen – ich bin ja kein Journi und habe keine Ahnung wie sie ihre Tage verbringen).

Ich sah aber, dass viele Journalisten sich dieses Bild – den wir von Aussen von ihnen haben – sehr wohl bewusst sind und sie aber keine Ahnung haben – wie sie sich dagegen wehren können um das Bild zu korrigieren.

Man sagte mir auch, dass Journalisten keinen Einfluss hätten auf die Politik der Firma/ Medienkonzerne. Das ist etwas was ich fast nicht glauben kann, und mich auch nachdenklich machte.

Immerhin würde das bedeuten, dass die Journalisten wohl genau wissen – dass es so nicht weitergehen kann – aber sie rennen weiterhin jeder Empörungswelle nach und vertreiben so weiterhin die Leser – sie rennen also mit offenen Augen in den Abgrund…

Traurig – ich hoffe das wird nicht passieren.

Hier ist noch mein Slide, man findet es auch auf Slideshare

Ich habe die Slides in der Zwischenzeit auch vertont das Video ist hier zu sehen.

Ich habe dann noch eine Session übersprungen und mit Teilnehmer und anderen Barcamper über meine Session und andere Themen geredet. Dabei habe ich auch folgendes Requisitenstück gefunden

An diese Dinger werden wohl die Verlierer des Swiss Music Awards festgebunden und im Zürisee versenkt 🙂

Danach sass ich nochmal in eine Session rein – da ging es um ein ähnliches Thema – nämlich wie man das Vertrauen in die Medien wieder gewinnen kann.

Interessant war, dass man hier auf ähnliche Ideen gekommen ist wie ich.

Auch wurde die Session ruhiger durchgeführt als bei mir. Ich hab wohl die Journis schon weich geklopft 🙂 Aber schön zu sehen, dass 2 Sessions eigentlich das gleiche sagten, meine und noch die vom Kollege. (Sry ich hab den Name des Kollegen vergessen – er sagte was dass er Journalisten ausbildet…)

Und dann war der Tag bereits vorbei – die Bettina hat noch eine Abschlusssession gehalten wo es um Kritik und Feedback ging zu diesem Barcamp. Diese Abschlussession gibt es eigentlich bei jedem Barcamp.

Fazit zum 1. Medien Barcamp der Schweiz

Also ich muss sagen, dieses Barcamp hat mir wirklich gefallen. Schön waren auch, dass so viele neue Gesichter dabei waren und wenige waren wir ja auch nicht.

Wie ein Twitterer und Teilnehmer so treffend gesagt hat:

Da kann ich wirklich nicht mehr viel dazu sagen – ausser das hier.

Ich war wirlich begeistert von diesem Barcamp und ich hoffe dass ich es nächstes Jahr wieder mitbekomme und Teilnehmen darf. Immerhin habe ich ja dafür gesorgt, dass man mich wieder in Erinnerung behält 🙂 Mich vergessen die Journalisten sicher nicht mehr so schnell 🙂 Jänu – gibt schlimmeres.

Danke nochmals an die Orga und SRF und bis zum nächsten Jahr.

Medienbarcamp auf Twitter: #srfmazmeba
Medienbarcamp auf Instagram: #srfmazmeba

Links

Hier werde ich dann noch Links von Blogbeiträge reinposten – ich hoffe doch das noch andere Bloggerkollegen hier was schreiben und ja auch die Journalisten was dazu schreiben 🙂

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

4 Kommentare

  • Lieber Eric

    Danke für diesen interessanten Beitrag. Ja Deine gestrige Session habe ich ebenfalls in meinem Blogeintrag zum Barcamp beschrieben. Da ging es echt heiss hin un her in den Diskussionen.

    Ja es ist nicht einfach Journalist zu sein in einem Medienhaus. Speziell auch dann, wenn dieses sich nicht durch eine klare Strategie in Sachen „Mehrwert für das Zielpublikum“ auszeichnet.

    Aber ich glaube wir alle inklusive Leser, Online Kommentar Schreibende, Journalisten und vor allem Medienmanager sind gefordert.

    Man fordert die Journalisten oft auf sich zu verbessern. Doch was deren Führungsetage für Mist baut steht meiner Ansicht zu wenig im Rampenlicht.
    Auch die schwierige Situation der immer grösser werdenden Freischaffenden Journalisten wird zu wenig berücksichtigt.

    Ich bin gespannt wie sich dies in den nächsten 12 Monaten entwickelt. Freue mich schon jetzt auf die Gespräche beim #SRFmazMeBa 2017.

    Grüessli
    urs

  • Danke für die Zusammenfassung – es war genau so. Ein super spannender Tag – auch ein grosses danke an SRF und MAZ. Deine Session – wie man am Foti sieht – hat mich sehr ernst schauen lassen. Diskussion ist alles. Es braucht Menschen wie Dich – Querdenker!

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