Wer in der digitalen Welt zu Hause ist, hat sicher schon von der Re:publica gehört. Also wer das nicht kennt, die Re:publica ist ein ehemaliges Bloggertreffen das immer grösser geworden ist und heute eigentlich DER Treffpunkt ist für digital Experten, Blogger, Influencer, Firmen und Kunden. Ja man könnte sogar sagen es ist fast DAS Barcamp hier in Europa (Ausser dass die Vorträge und Talks schon im Vorfeld feststehen und nicht erst am Barcamp sich entwickeln).

Dieser Event wird seit 2007 veranstaltet und seit einigen Jahren kann man die Vorträge und Talks auch auf Youtube verfolgen.

Eigentlich wollte ich ja mein #Influencerreisli in diesem Jahr zur Re:publica machen, aber dann ging ich ja zur All Influencer Marketing Konferenz – naja evtl geh ich halt nächstes Jahr mal hin.

Wie immer bei so einer Veranstaltung braucht man dafür Geld und dies wird oft durch Sponsoren oder Firmen eingenommen, die dann am Event ein Stand haben und sich präsentieren. So läuft das Spielchen nun mal.

Im letzten Jahr wollte die deutsche Bundeswehr auch hingehen und sich präsentieren und wurden von den Veranstaltern abgelehnt, weil sie sich angeblich zu spät angemeldet haben. OK, das kann passieren also hat die Bundeswehr sich fürs 2018 rechtzeitig angemeldet.

Nun wie ja eigentlich bekannt ist, sind die meisten ITler eher politisch Links angesiedelt. Sie sehen sich oft als den besseren Menschen als die Offliner und sie wissen natürlich auch alles „Besser“ sind „Offener“ und „Toleranter“. Leider sind sie dann zu verbohrt und in ihrer Filterbubble gefangen und denken sie seien die Guten und alle anderen die Bösen, dass sie eine andere Meinung gar nicht mehr akzeptieren und verarbeiten können. Ein gutes Beispiel ist ja die Todesliste vom Jan Böhmermann wo er über 1300 Twitterer in eine Liste aufgeführt hat die man sperren, zensieren, löschen und die Fresse einschlagen soll.

Zurück zum Thema – die Bundeswehr hat dann – wenig überraschen – ebenfalls eine Absage fürs 2018 bekommen. Diesmal konnten die Organisatoren nicht sagen, dass die Bundeswehr sich zu spät angemeldet hat – also sagten sie Uniformen würden die Leute verstören!!!!

Also hat sich die Bundeswehr entschieden eine Guerilla Kampagne zu machen und fuhr mit einem Lastwagen vor das Messegelände. Da ja die Re:publica ja angeblich für Toleranz und Offenheit steht, hat die Bundeswehr Blachen bedruckt mit den Worten «Zu bunt gehört auch grün!» – Bunt ist ja in Deutschland das neue Wort für „Tolerant sein“

Natürlich hat diese Kampagne grosse Wellen auf dem Messegelände geworfen und auch im Internet. Viele Leute haben sich über diese Aktion aufgeregt und andere waren begeistert.

„Wir stehen immer noch dazu, dass wir keine Uniformen hier auf dem Gelände haben wollen. Und wir wollen auch keinen Stand, auf dem die Bundeswehr für sich Rekrutierungsarbeit leistet“, sagte Mitgründer Markus Beckedahl. „Wir stehen für eine lebenswerte digitale Gesellschaft und nicht für eine Militarisierung des Internets.“

Weiter sagte Herr Beckedahl: „Das Team der re:publica distanziert sich ausdrücklich von der Marketing-Aktion der Bundeswehr. Der Auftritt der Bundeswehr war weder im Vorfeld mit den Organisatoren abgesprochen oder angekündigt und ist in keiner Weise in unserem Interesse. Die „schlecht inszenierte Guerilla-Aktion“ sei „niveaulos und ist nicht mit unseren Grundsätzen zu vereinbaren“.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – ein Journalist und netzpolitischer Aktivist, heult öffentlich rum weil eine Guerilla Marketing Kampagne nicht mit ihm (seinem Team) abgesprochen und bewilligt worden ist.

Jeder weiss doch, dass eine Guerilla Marketing Kampagne genau aus diesem Grund gemacht wird, sie wird nicht bewilligt oder abgesprochen – sondern durchgeführt und danach ja (wenn man bestraft wird) akzeptiert man die allfällige Strafe – das ist ja Teil des Spiels. Als Beispiel möchte ich die Teppich Guerilla Kampagne von Siroop erwähnen oder Movu und ihr Liebesbrief.

Also sie heulen gerade öffentlich rum. Ich glaube da redet wieder ein alter weisser Mann von Dingen die er nicht versteht – wie hier wo der Zuckerberg von überforderten Senatoren grilliert worden ist.

Am besten finde ich ja das Argument, dass Uniformen die Leute verstören würden.
Wenn man an solche Events geht, sieht man viele Firmen die alle ein Corporate Branding Kleidung tragen und wenn ein ganzes Team oder die ganze Firma gleich angezogen ist, ist das auch eine Uniform halt keine militärische-vielfrucht Uniform sondern eine komische Corporate Uniform.

Aber auch das lustige Argument wegen der angeblichen Militarisierung des Internets ist genauso ein dummes Argument. Wie geht der Spruch jedes Land hat eine Armee entweder eine Eigene oder eine Fremde und die Freiheit kann man nur bewahren wenn man bereit ist dafür zu kämpfen – denn sonst übernehmen die intoleranten Idioten die toleranten Menschen. Aber lassen wir dieses Argument mal einfach sein.

Fazit

Auf alle Fälle ich finde diese Guerilla Marketing Kampagne der Bundeswehr wirklich eine gelungene Sache. Sie haben mit einer sehr einfachen Kampagne internationale Aufmerksamkeit erzeugt und das mit nur minimalen Kosten. Ich würd sagen das Aufmerksamkeitsziel 100% erfüllt. Ob die deutsche Armee jetzt wirklich junge ITler für ihre Cyberabteilung oder andere Waffengattungen gewinnen konnte – steht in den Sternen. Ich denke das Zielpublikum ist zu alt für Rekrutierung aber für Aufmerksamkeit erzeugen wars genial.

Ich bin mir sicher, die sogenannten Toleranten Re:publica-Teilnehmer werden mich wegen diesen Worte jetzt sicher hassen, blocken, melden und verfluchen – so freundlich und nett ist ja die digitale Welt heute….







Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

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