Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich von WordPress das erste Mal gehört habe. Damals so Ende 2004 habe ich von Blogs gehört und den verschiedensten passenden Software dazu. Zuerst habe ich mit Serendipity rumgespielt aber bin dann schnell zu WordPress umgestiegen. Das war zu einer Zeit wo niemand genau verstand, wie sehr diese Technologie das Internet verändern würde – damals gabs den Begriff Social Media auch noch nicht.

Nun in den letzten 14 Jahre habe ich es also fast täglich mit WordPress zu tun gehabt. Ich habe viele Veränderungen mitgemacht die mich als Plugin Entwickler und Theme Entwickler genervt haben – trotzdem bin ich bei diesem System geblieben – so wie auch viele andere Entwickler mit mir.

Dann kam die Idee auf, den alten Editor in WordPress mit was Neuem zu ersetzen und die Hauptentwickler haben sich dann für Gutenberg entschieden.

Ich habe schon von Anfang an ein schlechtes Gefühl zu diesem neuen Editor entwickelt – nicht weil ich gegen was neues bin, sondern weil ich mehrmals erlebt habe – wie eine neue Technologie in WordPress für Unruhe gesorgt hat. Ein gutes Beispiel kam erst im letzten Jahr als man WooCommerce (eine geniale Shopplugin für WordPress) auf 3.x aktualisiert hat. Damals hat man so vieles geändert, und den Theme und Plugin Entwicklern so wenig Zeit gelassen – dass ein wirklich grosses Chaos ausgebrochen ist. WooCommerce brauchte über 8 Updates um all die Bugs zu entfernen die es noch drin hatte und bis die meisten Themes damit arbeiten konnten, dauerte es auch so lange. Man kann sagen, WooCommerce war 4 Monate fast unbrauchbar.

Und jetzt droht das gleiche scheiss Spiel wie damals mit WooCommerce.

Die Entwickler haben sich entschieden mit WordPress 5.0 den Gutenberg in den Core einzubauen und den alten definitiv aus dem Fenster zu werfen.

Mit dieser übereilten Entscheidung die viele Entwickler auf die Palme gebracht haben, hat man sich nichts Gutes getan.

Hier in diesem Blog habe ich ja bereits mehrere Beiträge über Gutenberg geschrieben – auch was er genau kann.

Jeder der bereits mit Gutenberg rumgespielt hat, sieht das er noch komplett verbuggt ist und das viele Plugins, die in den Text eingreifen, auch Mühe mit diesem neuen Editor haben. Kurz gesagt – auch hier ist Gutenberg noch nicht so weit für die Veröffentlichung aber die Hauptentwickler setzen ihre Kopf durch – egal was die Konsequenzen sind.

Ich will gar nicht wissen, wieviele Webseiten mit dem nächsten Update zerstört werden. Ich gehe von 50% – 75% aus und aus diesem Grund rate ich mal komplett auf das nächste grosse Update durchzuführen…

Da bin ich nicht der Einzige der das so sieht und sowas befürchtet und aus diesem Grund haben sich ein paar Leute zusammengetan und einen Fork von WordPress gegründet.

Was ist ein Fork

Für alle die nicht wissen was ein Fork ist. Ein Fork ist eine Art Abspaltung einer Software in 2 eigenständige Projekte. Aus 1 Software entstehen 2 und die entwickeln sich selbständig weiter.

ClassicPress

Basierend auf WordPress 4.9.8 wurde dieser Fork ClassicPress genannt.

Eigentlich ist ein Fork eine sehr dumme Idee – denn es können so viele Probleme entstehen die wir nicht wollen. Damit die Entwickler ihren Kopf nicht einfach so durchdrücken, hat man eine Petition auf change.org gestartet die fordert, dass Gutenberg nicht in den Core integriert wird.

Ich muss natürlich nicht gross erwähnen, dass ich diese Petition unterzeichnet habe und ich hoffe die Entwickler sehen ihren Fehlentscheid ein und werden die volle Integration in den WordPress Core noch eine Weile hinauszögern oder Gutenberg wirklich nur als Plugin anbieten – das wäre eine geile Idee.

Naja wir werden sehen, ob das jetzt das Ende von WordPress (so wie wir es kennen) ist oder ich als Entwickler hier alles ZU SCHWARZ SEHE 🙂







Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

Hinterlass einen Kommentar