erfolg haben geld verdienen - Revolut oder Neon - wer ist der Bankenkiller?

Heute möchte ich mal den Horizont in diesem Blog erweitern und möchte heute ein wenig über Fintech in Form von der Revolut App und NEON reden.

Wie ihr ja wisst, bin ich ein Fan von neuen Ideen und gebe eben diesen auch gerne eine Chance. So habe ich seit gut 2 Jahren die die Revolut App in Betrieb.

Revolut

fintech revolut - Revolut oder Neon - wer ist der Bankenkiller?Revolut sagt von sich selbst „Your Digital Banking Alternative“ was ein sehr hoher Anspruch ist. Eigentlich ist Revolut nichts weiteres als eine App für Mastercard / Visa. Es gibt nicht nur eine virtuelle Karte sondern auch eine physische Karte. Ich selbst verwende die App seit mehr als 2 Jahren regelmässig. Eigentlich verwende ich sie immer dann wenn ich in Hotels bin, in den Ferien oder beim Einkauf im Internet. Bisher hat mich diese Karte noch nie verarscht. Ich überweise Geld auf das Konto und etwas später kann ich das Geld ausgeben. Also das Geld was in der App ausgewiesen ist, kann ich ausgeben.

Cool finde ich auch, dass jede Transaktion analysiert wird und in Kategorie, Händler und Land unterteilt wird. So weiss man sehr schnell wo ich viel Geld ausgebe :). Ebenfalls ist die Sicherheit eigentlich auch super. Wenn man was im Internet bestellt – zb einem US Shop – dann wird die Karte relativ schnell gesperrt. Aber so eine Sperre ist kein Problem – man kann in der App dann direkt die Karte entsperren und es läuft sofort weiter.

Früher wars noch ein wenig Ärgerlich, da kostete eine Überweisung nach London immer so 15 Stutz an Gebühre die mir von der Überweisung abgezogen worden ist. Da lohnten sich kleine Überweisungen nicht wirklich. Aber seit Weihnachten 2018 gibts auch eine CH IBAN Nummer und so muss ich nicht mehr in die böse EU überweisen sondern gratis auf ein Konto der CS. Das ist natürlich ebenfalls eine sehr geile News. Mir gefällt halt auch, dass man sofort sieht, was man ausgegeben hat. Die Abrechnung erfolgt also sofort – ohne Verzögerung.

Revolut ist wirklich unkompliziert und auch sehr Erfolgreich – so liegt der Wert dieses Einhorn irgendwas um 2 Milliarden Dollar rum. Eigentlich eine geniale Zahl dafür dass sie erst ca 4 Jahre alt ist.

Das einzige was mich in und wieder nervte war, dass es viele Hotels gibt, da konnte man im Vorfeld seine Kreditkartendaten eingeben, aber wenn man dann bei der Rezeption die Rechnung bezahlen wollten – wollten viele noch eine Karte sehen – und das obwohl sie bereits Geld im Vorfeld davon abgezogen haben. Da sieht man dass viele Firmen noch gar nicht bereit sind auf eine kartenlose Bezahlung.

Bei der Revolut könnte man noch Upgraden und hätte dann noch eine Aluminium Kreditkarte usw – aber das braucht man eigentlich nicht.

In Social Media ist die Revolut App auch sehr erfolgreich Unterwegs.

Kurz zusammengefasst – die Revolut App ist eine geniale Sache für eine Prepaid Kreditkarte die man überall einsetzen kann.

NEON

fintech neon - Revolut oder Neon - wer ist der Bankenkiller?Vor gut einem halben Jahr habe ich das erste Mal von NEON gehört. Zuerst dachte ich es sei so ein Fintech Unternehmen aus der Schweiz aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass dem so nicht ist. Sie haben auf Twitter sehr aggressiv Werbung gemacht, aber leider hat man über dieses Unternehmen sehr wenig gehört. Aus diesem Grund war ich eigentlich sehr zurückhaltend und habe sie lange ignoriert. Aber kurz nach Weihnachten hat man ja viel Zeit und so habe ich mir NEON mal genauer angeschaut. Ich hörte dann dass dieses Unternehmen eine Tochter von der Hypothekarbank Lenzburg ist. Ich war da schon ein wenig skeptisch – immerhin erinnere ich mich immer noch an Twint – dem angeblichen Apple Pay Killer – der auch nach X Jahren immer noch ein Schweizer Witz ist. Aber eben ich gab auch NEON eine Chance und habe mich angemeldet.

Update 6. Feb. 2019

Hier ein kurzer Zusatz – ich habe heute mit dem Co-Founder von Neon telefoniert. Er hat mir gesagt, dass NEON keine Tochter ist von der Hypothekarbank Lenzburg ist, sondern einfach ein StartUp / Vertragspartner. Ich habe die entsprechende Stelle korrigiert und möchte mich für diese Fakenews entschuldigen 🙂

Anmeldung

Die Anmeldung lief komplett über die App ab – und zur Verifizierung gabs sogar einen Videocall mit einem Bankmitarbeiter. Das fand ich wirklich cool. So musste ich x mal die Karte in die Kamera halten, während er mich mit Fragen löcherte. Aber so nach 10min war der Videocall vorbei und ich aufgeschaltet. Und nach 24h kam per eMail bereits meine eigene IBAN Nummer und nach so 48h nach der Anmeldung kam meine knall rote Karte an – eine Maestro Karte (EC Karte wie man früher sagte)

Ich habe diese Karte nun in den letzten 10 Tagen eingesetzt und fast ein komplettes Bargeldlose Leben geführt und das habe ich bereut.

Ich bin echt kein Fan vom Bargeldlos sein, ich weiss wie anfällig unsere Technik ist und was ist wenn an einem Samstag – man kein Futter zu Hause hat und man am einkaufen ist und die Karte funktioniert nicht? Das ist mein Albtraum – 2 Tage hungern wäre dann die Folge.

Am Samstag Mittag ist mir das genau passiert.

Ich stand bei der Migros Kasse, hinter mir viele Leute und meine Karte sagte „Saldo zu klein – 3.65 verfügbar“. Tjo und ich Depp stand ohne Geld da… Mir war das ziemlich peinlich und ich habe die Kassiererin gebeten, meine Sachen bei sich zu behalten, während ich nach Hause ging um mein Reservegeld zu holen. Als ich dann den Laden verliess, ist mir eingefallen, dass ich ja noch eine Revolut Karte habe und so habe ich am Bankomat noch Geld ziehen können von Revolut.

Kurz gesagt Revolut hat mich aus der NEON miesere gerettet 🙂

Als ich dann mit dem Einkauf nach Hause ging, habe ich via App versucht mit NEON Kontakt aufzunehmen, aber da kam weder ein Tonband noch sonst was – es klingelte einfach munter drauf los. Auf der NEON Karte habe ich dann gelesen, dass es eine 24h Helpline der Hypothekarbank Lenzburg gibt – also habe ich diese 0800 Nummer angerufen und auch da nahm am Samstag Nachmittag niemand ab.

Ich habe dann heute morgen, ziemlich stinkig, die Bank angerufen und da hat doch tatsächlich jemand um 09:00 abgenommen 🙂 (Ich war überrascht, ging ich doch davon aus, dass diese Wald und Wiesen Bank an einem Montag Morgen zu hat) Ich wollte dann wissen, warum die Karte was von Saldo 3.95 CHF sagt, wenn die App selbst sagt aber gleichzeitig, dass man mehr als 400 CHF drauf hat.

Es stellt sich heraus, dass das Geld das in der App steht, man eben nicht unbedingt benützen kann. Dieses Bild passt auch zu der Erfahrung die ich gemacht habe. Wenn man die Karte benützt, dann dauert es meistens bis am anderen Morgen bis die Abrechnung in der App aktualisiert worden sind.

Die Bank arbeitet also mit altmodischen Limiten die sie regelmässig anpassen. Ich habe in den 2 Wochen alle 3-4 Tage 200/250 CHF überwiesen – mein Essens- und Reisegeld – insgesamt 900 CHF. Weil ich aber nur kleine Beträge überwiesen habe, hatte ich wohl ne Limite von weniger als 200 CHF im Monat. Und da ich ja mehr als 200 Stutz bereits ausgegeben habe, bin ich in die Limite gerasselt. Die Frau sagte mir dann, ich soll nie an einem Freitag überweisen. Auch wenn das Geld innert 3h von meiner alten Bank zu NEON überwiesen ist, die Limite wird abends nicht angepasst. Ich muss also lernen, dass ich nur Mo-Do überweisen darf, weil man es sonst nicht verwenden kann. Die Bankmitarbeiterin hat aber die Limite am Tel angepasst und gesagt „Ab sofort können sie ihre Karte wieder benützen“

Lustig war dann noch – als ich die Frau wegen der aufgedruckten 24h Helpline kritisierte – ist sie selbst aus allen Wolken gefallen. Sie gab sofort zu, dass das Tel nur Mo-Fr besetzt ist und es keine 24h Helpline gibt… ziemlich dämlich wenn man dann sowas aufdruckt.

Update: 12:50 Uhr

Wie ihr wisst, bin ich ja jemand der immer vom schlimmsten Fall ausgeht. Als die Frau so sagte, dass die Karte wieder tut, glaubte ich ihr natürlich kein Wort. Und so bin ich vorhin – 3h nach dem Telefonat zur Migros gegangen und wollte einkaufen gehen. Aus Spass habe ich die Karte probiert und was stand da? Genau „Saldo zu klein – 3.65 verfügbar“

Revolut vs NEON

Also der wohl grösste Unterschied ist zuerst, dass Revolut eine Kreditkarte ist und NEON „nur“ eine EC Karte. Ich habe aber in einem Newsletter von NEON gehört, dass sie bald auch Kreditkarten verteilen anstatt nur EC Karten. Eine EC Karte kann man also nur im Inland einsetzen (ich weiss gar nicht wie verbreitet die EC Karte heute in Deutschland / Europa ist – ich weiss ausserhalb Europa ist diese Karte nicht zu gebrauchen).

Revolut ist also eine Prepaid Karte aber NEON nicht. Revolut ist ein modernes Fintech Unternehmen, das selbst an einem WE eine Antwort gibt. Neon hingegen ist alter Wein in einem neuen Kleid – ine altmodische Bank mit altmodischen Regeln die sich hier neu bemalt hat.

Was ist besser?

Das ist jetzt eine gute Frage. Wäre mir diese Sache mit der Limite nicht passiert, hätte ich wohl gesagt für den täglichen Einkauf ist NEON besser. Aber da man sich ja nicht drauf verlassen kann, dass man den Betrag der die App angibt wirklich benützen kann, ist NEON eigentlich nur ein Spielzeug. Mit Revolut weiss ich wirklich was ich ausgeben kann.

Der grosse Vorteil ist, dass man bei Revolut immer sieht, was man ausgeben kann, während man bei der NEON absolut keine Ahnung hat.

Nun schauen wir uns kurz die Gebühren an. NEON ist im Inland kostenlos – im Ausland kostet es 1,8% (und zusätzlich noch Wechselgebühren). Revolut kostet hingegen die Inlandüberweisung nichts mehr (Seit Dez 2018) und wenn man im Ausland bezahlt, muss man halt die Umrechnungskurse berücksichtigen. Früher musste man bei Kreditkarten noch eine Gebühr bezahlen, wie zb auch bei Paypal – heute ist das zwar verboten – aber es gibt gewisse Online Shops die das noch so machen.

Also was ist nun wirklich besser? Revolut ist eine Kreditkarte und Neon eine Debitkarte. Was die Bankenleistungen und die App betrifft, dann hat Revolut ganz klar die Nase vorne. Bei den Gebühren – wenn man die Karten in der Schweiz einsetzt, dann liegen sie da gleich auf. Was ich aber nicht sagen kann ist, wie gross die Umrechnungskurse zb CHF zu € ist bei Neon oder Revolut.

Für mich ist Revolut die bessere Wahl. Ich möchte einen Partner haben auf den ich mich verlassen kann – bei Revolut bekommt man das was versprochen ist. Wo man bei Neon einfach die Katze im Sack kauft, das gefällt mir persönlich überhaupt nicht.

Wegem Update, ist dieser Absatz nicht mehr gültig und muss gestrichen werden…
Ich werde aber weiterhin beide Apps verwenden, ich weiss nun einfach, dass man sich nicht auf NEON verlassen kann und man damit garantiert kein bargeldloses Leben führen kann. Wenn man nur NEON verwendet ist man aufgeschmissen und muss ohne Plan B verhungern 🙂 Für den Internationalen Zahlungsverkehr hat die Kreditkarte von Revolut ganz klar die Nase vorne.

Ich weiss jetzt gar nicht ob ich zu gemein bin wenn ich sage – Revolut hält was es verspricht – wo hingegen NEON den Mund zu voll nimmt. Ich weiss Revolut ist bereits 4 Jahre alt oder so – und NEON erst 6 Monate. Man merkt einfach ziemlich fest, das Revolut auf neue Strukturen aufbaut wo hingegen NEON eine alte Bank ist gegründet 1868. Es sind also 2 ziemlich unterschiedliche Welten – die hier aufeinander prallen.

Zusammenfassung

  1. Die App von beiden ist gut gemacht
  2. Revolut ist eine Kreditkarte
  3. NEON eine Debitkarte
  4. Revolut hat im internationalen Zahlungsverkehr die Nase vorne
  5. NEON – wenn sie funktioniert – hat kontaktloses Bezahlen – via EC Terminal
  6. Preise in CH sind Neon und Revolut gleich auf
  7. Umrechnungskurse von NEON und Revolut im Ausland etwa gleich mysteriös
  8. Revolut hat Realtime abrechnung
  9. NEON hat eine 24-48 Stunde Abrechnungsverzögerung
Update: 12:50 Uhr

Wie ich ja oben schon sagte, habe ich gerade die Aussage der Hotline Mitarbeiterin überprüft und obwohl sie sagte, die Karte sie freigeschaltet, ist sie immer noch gesperrt.

Ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass die NEON Bank den Kunde anlügt – auch wenn mir das gerade passiert ist. In diesem Fall glaub ich entweder wurde die Mitarbeiter der Bank nicht richtig geschult oder sie sind einfach überfordert. Also das kommt bei mir gar nicht gut an. Wie ich oben schon erwähnte, will ich Partner auf die ich mich verlassen kann, die mich in keine doofen Situationen bringen und die auch schnell reagieren (Unfälle können immer passieren)

So hat das NEON Social Media Team auf Twitter auch gepennt und langes Wochenende gemacht. Am Samstag habe ich getwittert und erst heute am späten Morgen haben sie mir geantwortet.

fintech neon tweet - Revolut oder Neon - wer ist der Bankenkiller?

Somit hat sich meine Meinung über NEON ziemlich verschlechtert – nämlich von „könnte man ruhig weiter beobachten“ zu „FINGER WEG von NEON„. Schade – böse gesagt sieht Neon von aussen hübsch aus und innen schimmelt es. Auf alle Fälle ist NEON auf der gleichen Stufe wie Twint – eine Lachnummer im Schweizer Fintech Himmel…. Schade….

Nun zur Titelfrage – wer den von NEON oder Revolut der Bankenkiller ist – ist die Antwort ganz einfach – wenn Revolut so weitermacht ist sie ein guter Kandidat für den Bankenkiller – NEON ist nicht brauchbar.

Ich werde auf alle Fälle beides weiter beobachten und verwenden 🙂 Für mich ist NEON nun definitiv gestorben. Ich sag dazu nur Finger weg von NEON!!

Bin gespannt wie diese Fintech Geschichten weitergehen und werde sicher wieder darüber berichten. Was ist eure Erfahrung mit Revolut oder NEON?

Link zu Revolut: https://www.revolut.com/
Link zu NEON https://www.neon-free.ch/





1 Antwort
  1. Michi
    Michi sagte:

    Hallo Eric-Oliver
    Schöner Bericht, ich habe auch Revolut und finde es im Grunde genommen eine super Sache. Leider bin ich bei der Karte voll auf die Nase gefallen. Wie hier im Bericht wird bei Revolut immer gesagt das man eine Visa oder Mastercard erhält. Dies stimmt aber seit ein paar Monaten nicht mehr für die Schweiz und andere Länder wenn man den Standard Plan hat. Da wird einem anstelle einer Mastercard eine Maestro geschickt, die ausserhalb Europa und in Onlineshops so gut wie gar nichts bringt. Erst ab einem Premium Plan kann man eine Mastercard bestellen. Leider habe ich, respektive meine Tochter, das viel zu spät gemerkt da überall immer von einer Mastercard geredet wurde. Das mit der Maestro Karte viel erst auf als sie in Neuseeland damit zahlen wollte und es nirgends funktionierte. Zum Glück hatte sie noch eine Transferwise Mastercard die problemlos funktioniert.
    Gruss
    Michi

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.