Ich bin gestern über einen Artikel gestolpert der besagte, dass die Kantonspolizei Zürich in 24 Stunden 450 betrügerische Online Shops gesperrt hat.

Ich habe mich darum entschieden mal kurz ein Livestream zu machen, aber für die Leute die nicht gerne Videos schauen, habe ich die Tipps noch schriftlich festgehalten 🙂

Nun ja, 450 Online Shops in 24 Stunden klingen nach viel, aber 2017 hat Switch, der .CH Domainregistrar, bereits in einer Nacht und Nebel Aktion über 5000 solche Shops gesperrt (5’000 Online Shops in der Schweiz gelöscht).

Im verlinkten Artikel steht dann, dass eine Frau Müller auf einem Online Shop eine Handtasche für 50 Stutz anstatt 500 gekauft hat und sich gewundert hat, dass das Produkt nie bei Ihr angekommen ist (Artikel: Betrügerische Internetshops – Vorsicht bei der Online-Schnäppchenjagd).

Dann gibt die Polizei noch ein paar Tipps wie man solche betrügerischen Online Shops erkennt.

Tipps der Cybercrimepolice

  • Unrealistische Preise: Seien Sie misstrauisch, wenn ein Preis zu gut ist, um wahr zu sein
  • Kontaktformular: Einzige Kontaktmöglichkeit ist über ein anonymes Kontaktformular
  • Fehlendes Impressum: Kein gesetzlich vorgeschriebenes Impressum vorhanden
  • Währungsliste: Unnötig lange Währungsliste, oft auch ohne Schweizer Franken
  • Willkürlicher Domain-Name: Verwendung von unsinnigen Domain-Namen, die weder etwas mit einem Internetshop noch mit der angebotenen Ware zu tun haben
  • Rechtschreibung: Fehlerhafte Rechtschreibung und Grammatik
  • Unsichere Verbindung: Keine verschlüsselte Verbindung zum Internetshop

Nun schauen wir uns mal diese Punkte an – stimmt das alles so?

Produkt-Preise

Ja, wenn der Produktpreis komisch ist, dann sollte man das Hirn einschalten. Ein Tessla der normal 50’000 kostet, kann nicht auf einmal für 50 Stutz gekauft werden – hier kann was nicht stimmen. Diese Regel gilt immer, nicht nur wenn wo eine Aktion angeboten wird – also wenn ihr auf Facebook einen Wettbewerb sieht, wo man ein Tessla gewinnen kann, sollte man schon zuerst checken ob der Anbieter das ernst meint und wirklich existiert.

Also ja dieser Punkt ist wichtig

Kontaktformular

Man sollte schnell und unkompliziert Kontakt mit den Online Shops treten können. Natürlich kann das über ein einfaches Online Formular gehen – mach ich selbst auch so. Eine Telefonnummer wäre natürlich schon noch cool, aber nicht nötig. Social Media Kanäle finde ich hingegen sehr wichtig – will wissen ob die Firma lebt oder noch im Mittelalter ausharrt.
Denn schaut man sich die Social Media Kanäle anschaut wie Facebook, Instagram, Google, Twitter usw, dann ist ein anonymes Online Formular fast immer die einzige Kontaktmöglichkeit und doch sind sie echt und kein Fake.

Darum ist ein Kontaktformular KEIN Indikator ob ein Online Shop echt ist oder nicht.

Impressum

Ja ich möchte schon wissen, wer die Firma ist. Darum ist ein Impressum schon wichtig – aber Achtung es muss nicht unbedingt ≪Impressum≫ heissen. Aber eben mehr Informationen über die Firma will ich schon haben, inkls Post Adresse usw. Ich will ja wissen ob die Firma überhaupt existiert und hier findet man diese Informationen am einfachsten.

Ja, das ist ein guter Punkt.

Währungen

Wenn in einem Käseladen auf einmal Yen als Währung angeboten wird, dann wäre ich auch vorsichtig. Darum ist es schon so, dass man nur die wichtigsten Während im Online Shop drin hat. In der Schweiz will ich nicht mit Mexikanischen Pesos bezahlen müssen, sondern mit Franken. und in Deutschland will ich auch nicht mit der Nordkoreanischen TschingTsching (keine Ahnung wie die Währung da heisst) bezahlen…

Ja, das ist ebenfalls ein guter Punkt

Domain

Ja die Domain Name sollte schon passen.

In einem Online Shop der irgendwie Kinderarztpraxis-sennenhof heisst und wo man Handtaschen kaufen kann, ja da sollten die Alarmglocken im Kopf losgehen.

Aber eben es gibt viele Fantasienamen Shop wie Brack (Name des Gründers), IKEA (Akronym des elterlichen Bauernhofs Elmtaryd und des Dorfes Agunnaryd zusammen) usw. Diese Namen machen im ersten Augenblick auch keinen Sinn und doch haben sie einen Sinn und trotzdem sagen sie nichts über die verkauften Produkte aus. Oder kauft man bei Zara das Fell der Zara-Tiere?

Wenn der Domain Name komisch klingt, sollte man halt mal ein ≪whois .ch Check≫ durchführen. Wenn der Besitzer der .CH Doamin dann in in Russland / China ist, dann wäre ich auch vorsichtig. Ist der Name aber in CH registriert ist das wieder ok.

Dann könnt ihr ja noch die Domain History im Webarchiv https://web.archive.org/ checken. Da seht ihr dann wie die Webseite in den letzten Jahren so aufgebaut war. Wenn ihr also seht, dass früher da mal eine Kinderarztpraxis war und dann auf einmal ein Handtaschenshop – dann wäre ich auch vorsichtig.

oder ihr geht mal zur Tante Google und gebt da die URL ein und schaut was sonst noch so ausgespuckt wird.

Darum, ja Domain Name checken ist immer eine gute Sache.

Rechtschreibung / Grammatik

Wie ihr wisst, ich bin nicht perfekt in dieser Sache. Ich versuche zwar die grössten Fehler auszubügeln trotzdem sind immer welche da. Ist das schlimm? Nein überhaupt nicht. Schlagt heute mal die Zeitung auf und ihr findet auch da Fehler. Also dürften Journalisten auch nix schreiben oder verkaufen? Das wäre Blödsinn. Gross/Klein schreiben oder Kommaregel, die kann man doch ignorieren. Wenn aber dann was steht wie “hier kaufn tasche günstig schnell vegan” ja dann sollte man schon auch doppelt und dreifach hinschauen. Also ihr müsst keine Grammatik-Nazis sein, sondern auch hier das Hirn einschalten.

Nein, dieser Punkt ist nicht wirklich wichtig.

Unsichere Verbindung

Ein Online Shop der keine SSL hat, würde ich sofort meiden. Mir persönlich sind schon Firmenwebseiten suspekt die kein SSL haben – das ist heute Standart – das macht einfach einen schlechten unprofessionellen Eindruck – genauso wie Webseiten die nicht Responsiv sind (angepasstes Design je nach Geräteauflösung).

Ja sehr wichtig.

Wie erkennt man unseriöse Webseiten

Es gibt keinen 100% Schutz vor so Online Shops / Webseiten. Man kann sich nur selbst schützen in dem man beim Online Shopping auch das Hirn eingeschaltet lässt. Ihr geht auch nicht in einen Lebensmittelladen wo Dreck am Boden liegt und Ratten rumrennen einkaufen – oder? Also warum sollte man online da trotzdem was kaufen?

Wie ihr seht, ich habe 2017 schon mal darüber einen Blogbeitrag geschrieben (Wie erkennt man “sichere” Online Shops?) und meine Sicherheits-Tipps haben sich nicht verändert.

Wie immer gilt, die grösste Schwachstelle im Online kauf ist, wenn ihr das Hirn nicht einschaltet 🙂