talkSo ich bin vorhin, dank einer Kommentarschreiberin (Danke Petra!) auf eine Blogparade gestossen und habe mich nun entschieden hier mit zu machen. Es ist die 1. auf diesen Blog und wenn ich spannende Themen finde, werde ich auch sicher bei weiteren mitmachen.

Und zwar hat der Netzblogger TIMM folgende Frage gestellt:

In letzter Zeit ist fällt mir auf, dass sich die Qualität der Kommentare auf den Blogs geändert hat. Diese kleine Blogparade »Liest du noch oder kommentierst du schon« beschäftigt sich mit diesem Thema. Einer der Fragen, die mich brennend interessiert ist, ob du einen Artikel wirklich komplett durchliest oder Dich auf den Titel des Beitrages konzentrierst um dann mit dem kommentieren zu beginnen? Oder gehörst du zu den Lesern die einen Artikel überfliegen und dennoch einen sinnvollen Kommentar schreiben? Und überhaupt: Inwieweit können die Kommentare für die Suchmaschinenoptimierung relevant sein?

Dafür hat er auch noch ein weitere Fragen aufgeschrieben die ich nun Schritt für Schritt beantworten werde:

  • Sind Facebook & Co. Schuld?
    Ja die Social Media Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co haben schon die Kommentarkultur bei den Blogs verändert. Früher hat man viel mehr Kommentare bei einem Blogbeitrag erhalten als heute. Den Heute verteilen sich die Kommentare über die verschiedensten Netzwerke und so bekommt man weniger direkt auf seinem Blog. Aber ich denke nicht, dass FB & Co sonst irgendwelche negativen Auswirkungen auf die Kommentare hatten. In diesen Channels kann man halt viel einfach und viel schneller einen Kommentar à la „;) oder LoL oder ROFL“ rauslassen – und solche Minikommentare würde ich nie im Blog als Kommentar akzeptieren…

  • Inwieweit beeinflussen Smartphones und Tablets das Kommentieren auf Blogs?
    Es ist doch total egal, wo ein Blog gelesen wird, auf einem Smartphone oder einem Tablet. Es kommt nur darauf an, dass man ohne Probleme und möglichst einfach einen Kommentar schreiben kann. Ich habe schon oft erlebt, dass ich am PC sass und einen Blogbeitrag kommentieren wollte und dann hat das System mich nicht machen lassen, weil ich mich sonst hätte anmelden/ Registrieren/ per SMS und Briefpost Authentifizieren hätte müssen. Wenn ein Blog mehr von mir will, als Name/ eMailadresse/ URl und Kommentare – dann kommentier ich nicht. Bankkontoverbindungen, Unterhosengrössen und Schuhnummern gebe ich sicher nicht heraus! Darum Keep it Simple bei der Kommentarfunktion, dann gibts auch von mir welche:)

  • Was ist die optimale Länge eines Beitrages?
    Wenn man nur 1 Satz zu sagen hat, sollte man bei FB oder Google+ oder Twitter bleiben. Hat man nur komische Katzenbilder zu posten, wäre eventuell Tumblr geeignet. Aber wer einen Blog führt, sollte schon was zu sagen haben. Also ein Blogbeitrag unter 100 Wörter sind ein NOGO. Ich persönlich schau, dass ein Blogbeitrag mindestens 350 Wörter enthält und kann bis zu 700 haben. Wens grösser wird, dann mach ich aus 1 Blogbeitrag eben 2 Blogbeiträge oder mehr…

  • Wird ein Artikel nicht verstanden und wenn ja, woran liegt es?
    Am Besten wäre es, wenn wir Blogger unsere Blogbeiträge so schreiben würden, dass es selbst ein Baby verstehen würde. Aber dann würde man ausser „DUDUUUUU“, „DADAAAA“, „guguggggseli“ wohl keine anderen Wörter benützen dürfen. Und das wäre doch irgendwie langweilig. Darum man sollte ein Blogbeitrag so schreiben, dass es die Zielgruppe versteht. Meistens hat man die Zielgruppe ja bereits im Blogkonzept definiert, und sollte darum auch kein Problem sein.

  • Was ist ein optimaler Titel zum Artikel, damit der Artikel auch tatsächlich durchgelesen wird?
    Ein guter Titel ist sehr wichtig, den ein langweiliger Titel schläfert den Leser ein. Der Titel ist das 1. was der Leser sieht und darum muss er knackig sein und vorallem Lust auf mehr machen. Ich habe hier schon mal ausführlicher versucht zu zeigen, warum ein guter Titel wichtig ist.
    Leider gibt es nicht den perfekten Titel der überall wirkt.

  • Gibt es einen »öffentlichen« Druck, der es verhindert, sich die Zeit zum Lesen zu nehmen oder gar einen mehr oder weniger sinnvollen Kommentar zu hinterlassen?
    Der einzige Druck den es gibt, der verhindert, dass man ein Blogbeitrag liesst ist der innere Schweinehund. Ich habe über 300 Blogs in meinem Feedreader und sehe darum täglich viele hundert Blogbeiträge. Natürlich lese ich nicht alle. Wenn mich der Titel nicht anspricht oder der Leadtext abschreckt, dann lese ich den Blogbeitrag nicht und es gibt im bestenfall auch keinen Kommentar von mir. Darum sind die ersten Worte eines Blogbeitrags, sowie der Titel wo das wichtigste was es gibt. Und genau das ist der einzige Druck den es gibt, der mich vom lesen abhalten kann.

  • Welchen Einfluss haben Kommentare auf die Suchmaschinenoptimierung?
    Früher hat man oft Kommentare mit einem Link hinterlassen, damit die verlinkte Webseite Backlinks erhalten hat. Heute ist Google aber so gescheit, dass er sowas merkt und diese Links nicht mehr so stark gewichtet. Aber viele Kommentare zeigen der Suchmaschine, dass der Text auch oft gelesen wird und interessant ist. Vermutlich (Sicher ist sich hier niemand, da der genaue Algorithmus geheim ist) hat das dann schon eine kleine SEO wirkung – aber nicht so starken wie guten Content.

  • Was sind die beliebtesten Themen, zu denen ein oder mehrere Kommentare hinterlassen werden?
    Ich betreibe ja mehrere Blogs und darum habe ich schon früh gemerkt, dass Blogs die nicht langweilig geschrieben werden, die meisten Kommentare bekommen. So kann ein Blogbeitrag der eine umstrittene Theorie enthält viel Aufmerksamkeit erzeugen. Darum schreibe ich gerne so, dass der Leser auch was zu kommentieren hat. Langweilige, weichgewaschene Blogbeiträge sind darum in meinen Augen nicht wirkliche Kommentarmagnete.

  • Wie sollte der Autor auf Kommentare reagieren? Welchen Einfluss besitzt er auf die Art und Weise eines Kommentars?
    Der Blogbetreiber sollte auf die meisten Kommentare reagieren und antworten. Nur bei Kurzkommentare oder Kommentar-Antworten kann ich auch mal nicht reagieren. Kurz gesagt, so wie der Blogbetreiber mit seinen Lesern und Kommentarschreibern umgeht, desto mehr oder weniger Leser und Kommentierer bekommt er.

  • Jetzt mal auf meinem Blog betrachtet: Welche Artikel gefallen dir am besten und zu welchem Themenbereich soll ich mehr oder anders schreiben?
    Ich kannte deinen Blog bis vor wenigen Stunden noch gar nicht, darum kann ich dazu nichts sagen. Auf jedenfall habe ich ihn in meinen Feedreader aufgenommen und evtl werde ich hin und wiedermal was bei dir kommentieren 🙂

  • Gehören zu »sinnvollen« Kommentaren nur solche, die als Diskussion dienen oder reicht ein einfaches »toller Artikel« auch schon dazu?
    Wenn ein unbekannter nur schreibt „Toller Artikel“ dann zähle ich ihn persönlich zu den Spamern und werden den Kommentar wohl löschen. Wenn ein mir bereits bekannter Kommentarschreiber sowas hinterlassen würde, dann würde ich ihn lassen. Das Problem von so kleinen Kommentaren ist halt, dass viele Spambots genau solche Kommentare automatisch in unsere Blogs eintragen versuchen. Darum bin ich hier lieber zu vorsichtig als nachlässig. Wer also will, dass ich einen Kommentar wirklich freischalte, der sollte einen guten, interessanten und ehrlichen Kommentar hinterlassen.

  • Und zu guter Letzt: Werden vielen Kommentare nur zu SEO-Zwecken hinterlassen (Backlink hinterlegen)?
    Früher ja, heute nein. Ich persönlich hinterlasse gerne Kommentare, und klicke mich bei fremden Kommentare durch, den so finde ich oft interessante Webseiten/ Blogs und man macht sich so auch ein wenig bekannt. Viele Goldstückli habe ich so schon gefunden 🙂

Sodele das sind also meine Antworten auf die Blogparade: „Liest du noch oder kommentierst du schon?“ – was sagt ihr zu meinen Antworten – habe ich Recht oder seid ihr mit mir wo uneinig? Ich freue mich auf eure Kommentare 🙂

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

5 Kommentare

  • Hi Eric,
    ein interessanter Beitrag und ich denke ähnlich wie du. Social Media hat den Kommentaren ein wenig zugesetzt und es wird dort viel und öfters interagiert als in den Blogs. Aber ansonsten wird schon noch kommentiert, vorausgesetzt, dass der Artikel einen Leser oder den Besucher anspricht.

    Eine optimale Artikelänge gibt es bei mir nicht und wenn ich mit einem Artikel fertig bin, bin ich eben fertig, aber ich achte schon ein wenig drauf, dass die Artikel 300-500 Wörter beinhalten. Je länger und thematisierter ein Beitrag ist, desto besser ist es für Google.

    Ich gehöre zu den Lesern, die den gesamten Beitrag durchlesen und erst dann kommentieren. Aber ich hatte mich auch schon mal dabei erwischen können, dass ich den Artikel lediglich überflogen habe und dann sinnvoll kommentiert habe, weil der Artikeltitel schon was über das Thema aussagte und ich die Thematik bereits kannte. Daher ging es ganz gut!

    Wollen wir hoffen, dass in naher Zukunft auf den Blogs weiterhin kommentiert und sich ausgetauscht wird.

  • Hallo Eric,
    eine schöne Webseite hast Du. Das wollte ich zuerst loswerden. War auch schon am Überlegen zu wechseln. Doch bin ich gerade fertig geworden mit meinem jetzigen Theme. 😉

    Was mir gefällt ist, dass Du es genauso siehst wie ich, dass sich durch die sozialen Medien die Art des Kommentierens verändert hat und wahrscheinlich auch dementsprechend die Häufigkeit. Bei mir ist es so, dass ich bei Stammkommentierern auch mal ein „lol“ durchgehen lasse. 🙂

    Wo du einen Artikel liest mag egal sein doch zum Kommentieren bevorzuge ich den PC. Blogs, bei denen ich erst Captchas rätseln muss oder bei Google, WordPress, Facebook oder Twitter angemeldet sein muss um zu kommentieren, schrecken mich eher ab. Meist bei Blogspot-Blogs und WordPress.com der Fall. 😉

    Mein neuester Artikel wird wohl für Dich zu lang sein aber ich konnte nicht anders. 😉

    Naja, ein Baby muss mein Artikel nicht lesen können. Doch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, geht man mit einer anderen Erwartungshaltung an den Artikel heran. Wenn dann anstatt über 20 Abnehmtipps über das schlimme Essen aus dem Supermarkt philosophiert nur um am Ende zu schreiben, das es schön wäre, wenn er Tipps zum Abnehmen geben könnte, ist das schon sehr verwirrend. 😉

    Die Gewichtung der Kommentare bei der SEO wurde gesenkt und dennoch bin ich mir sicher, dass die Häufigkeit auch ein Signal für Google ist. 🙂

    Ich bin gespannt, welche Artikel dir bei mir gefallen. 🙂
    Falls es keine sind, dann sage mir, was Dich interessiert oder anders schreiben soll. 🙂

    In diesem Sinne, vielen Dank, dass ich Deine Premiere sein durfte. 🙂
    LG Timm

  • Hello Chefblogger,

    auch ich stimme dir in vielen Punkten zu. Besonders zu der Frage, ob der Blogartikel verstanden wird, oder nicht stimmen unsere Meinungen absolut überein. Man muss doch auch nicht alle Blog-Artikel verstehen.

    Bei den meisten medizinischen Blogs oder Gesundheits-Blogs, die von Ärzten geschrieben werden, schaue ich auch oft drein, wie ein Affe ins Uhrwerk. Aber ich zähle in den eisten Fällen auch nicht mit zur Zielgruppe.

    Also dann werde ich mir deinen Blog auch mal in den Reader legen und freue mich schon auf weitere Beiträge von dir. Somit bin ich auch bei Blog Nummer 276 angekommen. Aber bei interessanten Ausschnitten oder Abschnitten im Reader, werde ich mit Sicherheit wieder vorbei schauen und bei gegebenen Anlass auch gern einen weiteren Kommentar hinterlassen.

    LG Gregor

  • Hi Eric,

    Vor einiger Zeit wollte ich mal einen Artikel mit dem Titel „due vergessene Kunst des Blog-Kommentars schreiben aber du hast in dem Artikel alles gesagt bzw geschrieben 🙂
    Due genannten Gründe sind allesamt plausibel, ich würde aber nich hinzufügen, dass:

    – die Aufmerksamkeit der Leser nicht für Kommentare reicht.
    – sehr viele Artikel auf passives konsumieren des Inhalts aus sind…

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