Ich habe mich in den letzten Wochen oft mit Bloggern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zu einem Kaffee getroffen. Wie immer bei solchen Networkingtreffen drehte sich alles um den Blog und den Beruf.

Während diesen sehr interessanten Diskussionen ist mir etwas aufgefallen und zwar haben alle über die Leser geflucht.

Geflucht wurde, weil sie mit jedem ihrer Blogartikel viele Leser ansprechen aber durch eigene analysen genau wissen, dass es keine Stammleser sind sondern sogenannten Zufallsleser. Und wir alle wissen, dass Zufallsleser die schlechteren Leser sind als die Stammleser die man auf dem Blog hat (weil Unberechenbar)

Als wir dann ein wenig tiefer ins Thema eingetaucht sind, ist mir sehr schnell etwas aufgefallen und zwar ist keiner dieser Blogger eine Marke. Sie nennen sich zwar Thomas Blogs oder Blog Restaurant Traube usw. Aber das sind keine Marken, sondern eher einfallslose Titel ohne Substanz. Und hier ist das Problem von vielen Bloggern – sie sind keine Marken.

Die Definition einer Marke ist laut deutschem Wirtschaftslexikon

Eine Marke kann als die Summe aller Vorstellungen verstanden werden, die ein Markenname oder ein Markenzeichen bei Kunden hervorruft bzw. beim Kunden hervorrufen soll, um die Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden

Kurz gesagt, gehts um den Wiedererkennungswert eines Blogs. Jemand der von Coca Cola oder Pampers oder von BMW hört, der weiss sofort dass es ein Süssgetränk, Windeln und eine deutsche Automarke ist. Wir haben die Marke erkannt.

Auch wenn ein Blogger mit dem Name Thomas auch ein Blog Thomas führt, ist es nicht wirklich ein Wiedererkennungswert. Ich weiss nicht wienviele Thomas es auf der Welt gibt und so könnte man so ein Blog auch leicht verwechseln.

Darum sollte jeder Blogger egal ob er harmloser Foodpornblogger ist oder Fashionbloggerin mit vielen Millionen Youtubeabonennten oder ein Corporate Blogger, für seinen Blog eine Marke bilden.

Die 3 1/2 Pfeiler einer Marke

  1. Authentizität
    Einer der wichtigsten Pfeiler einer Blog Marke ist die Authentizität. Wenn der Leser merkt, dass hier ein Blogger mit Herz und Blut schreibt, dann habt ihr bei ihm bereits einen grossen Pluspunkt gesammelt. Findet euren Schreibstil und behaltet ihn bei. Wenn ihr eher der Chaot seid, dann dürft ihr auch ruhig chaotisch schreiben – aber versucht so zu schreiben, dass man euch wenigstens versteht 🙂 Und wenn sich hin und wieder ein Schreibfehler in eure Blogposts einschleicht, so sei es. Schreibfehler sind Gratis! (Ihr wisst alle ich bin kein Held in der Grammatik – aber ich versuche die Fehleranzahl so klein wie möglich zu halten)

    Eure Texte müssen einfach auch zu euch passen. Denkt daran wer Online was anderes ist als im Offline der macht sich lächerlich und das ist auf überhaupt nicht authentisch…

    Vor allem dürft ihr nie vergessen, dass ihr für die Leser schreibt und nicht für euch selbst.

  2. Inhalt/ Thema
    Um eine Marke zu sein, müsst ihr euer Themenfeld genau abstecken. Am Anfang eures Blog ists es besonders wichtig euren USP (Unique Selling Point / Nische) zu definieren. Man muss euch an eurem Thema erkennen und ihr müsst euch daran halten. Ich glaub dieser Pfeiler ist wohl der Schwerste für uns Blogger. Die meisten Blogger möchten immer wieder was neues Ausprobieren und hassen darum einengende Grenzen. Aber wenn man eure Themen nicht kennt, warum sollte ein Leser dann ausgerechnet euch lesen? Denkt daran, der nächste Blog ist nur 1 Klick entfernt. Verärgert oder irritiert ihr eure Leser dann ->Klick<- und weg sind sie.
  3. Design
    Zu einer Marke gehört auch das CI. Darum sollte man auch sehr viel Wert auf das Blogdesign legen und auch ein prägnantes Logo haben. Was wäre Starbucks ohne ihr grosses grünes Meerjungfrauenlogo? Nichts anderes als eine andere Kaffeekette. Also wer eine Marke aufbaut, sollte sich ein Design zulegen das zum Thema passt und es dann halten. Schaut besonders darauf, dass die Artikel alle einfach lesbar sind und zwar auf allen Geräten.
    Ich weiss ich verstosse immer wieder in diesem Blog gegen diesen Punkt, dieses Design ist jetzt das 3. Design in knapp 18 Monate – aber selbst ich habe mich immer an den gleichen Strukturen gehalten.

Der 1/2 Pfeiler der Markenbildung besonders für Blogger
Nun gibts noch der 1/2 Pfeiler der vor allem für die Blogger sehr wichtig ist, der aber nicht wirklich zur Markenbildung eines Unternehmen passt. Und zwar müsst ihr euch immer hinterfragen. Das Wörtchen Warum, gehört für jeden Blogger zum meist benutzen Wort! Warum ist ein Leser auf meinem Blog, Warum sollte ein Leser meinen neuen Blogbeitrag Lesen, Warum sind meine Leserzahlen so hoch/ tief usw.

Das Hinterfragen, Überprüfen, Kritisieren gehört zu den Kernaufgaben eines Bloggers. Eine grosse Marke macht das auch, aber niemals so stark wie ein Blogger. Mercedes oder Lufthansa überprüfen auch regelmässig ihre Marke und passen ihre Strategien an, sind aber durch ihre Grösse viel weniger schnell in der Lage sich anzupassen. Hier liegt der Vorteil eines Blogs.

Fazit

Die Markenbildung ist etwas womit sich jeder Blogger beschäftigen sollte. Denn ohne eine gute Marke im Rücken, habt ihr nur viele Zufallsleser aber ihr wisst nicht wirklich, warum das so ist. Eine Marke gibt euch und eurem Blog halt für den nächsten Schritt im Blogaufbau und Blogbetrieb.

Also viel Spass bei diesem sehr interessanten Part des Bloggerlebens.

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

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