Grossbritannien plant Social Media Verbot für unter 16 Jährige

von Eric-Oliver Mächler | Juni 16, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

Schlagwörter: EU

Heute habe ich eine Nachricht aus Grossbritannien gelesen und ich musste zuerst einmal laut lachen. Premierminister Keir Starmer hat gestern am 15. Juni 2026 an einer Pressekonferenz in London angekündigt, dass Grossbritannien ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren einführen will. Grossbritannien folgt damit Australien, das im Dezember 2025 als erstes Land weltweit ein solches Verbot durchgedrückt hat.

Die Begründung von Starmer war: «Soziale Medien machen Kinder unglücklich.» Ein vollständiges Verbot sei «angesichts der Risiken und negativer Konsequenzen» das Richtige. Ich verstehe die Sorge ehrlich gesagt. Ich sehe bei mir im Bekanntenkreis, was passiert, wenn Teenager stundenlang durch Instagram, TikTok oder Snapchat scrollen. Das macht selten jemanden glücklicher.

Neben dem Verbot für unter 16-Jährige will Grossbritannien «weltweit führende» Regeln für Gaming- und Live-Streaming-Plattformen einführen. Fremde Erwachsene sollen Chatfunktionen nicht mehr nutzen dürfen, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Das ist grundsätzlich eine gute Idee – Predatoren haben auf solchen Plattformen nichts verloren.

Auch andere europäische Länder ziehen nach. Frankreich, Spanien, Griechenland, Norwegen und Österreich planen ebenfalls entsprechende Gesetze. Die EU-Kommission steht unter Druck, da nur sie den grossen Plattformen wirklich Vorschriften machen darf.

Das Problem: Verbote bringen nichts

Und jetzt kommt das Aber, das ich nicht unerwähnt lassen will. Solche Sperren lassen sich mit einfachsten Mitteln umgehen. In Australien ist das bereits passiert – Teenager nutzen VPN-Dienste oder tragen einfach ein falsches Geburtsdatum ein. Beides braucht kein technisches Wissen. Ein VPN ist in 30 Sekunden installiert, und beim Geburtsdatum kontrolliert niemand.

Ich sage es ganz offen: Wer wirklich aufs Smartphone / in Social Media will, der schafft das auch. Da kann die Regierung noch so streng schauen. Das ist wie der Versuch, mit einem Zaun den Sand am Strand aufzuhalten.

Mein Fazit

Verbote, die nicht durchgesetzt werden können, bringen nichts. Ja, ein Kinderschutz wäre schon wichtig, aber dabei gleich alles wegzusperren bringt nichts. Das ist mal wieder typisch 2026, wo man denkt, man kann die Bevölkerung mit Zensur unter Kontrolle bringen. Wo Aufklärung und Erziehung viel mehr bringen würden.

Was denkt ihr?

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