Dass ich kein Fan von Politikern bin, ist weltweit bekannt – ich halte sie alle für dumm, dümmer, am dümmsten … Fast täglich wird mein Vorurteil auch bestätigt – so auch heute mal wieder. Ab heute, dem 12. August 2026, ist die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR aktiv.
Die EU-Politiker verfolgen mit der Verordnung drei Hauptziele: weniger Verpackungsabfälle, einen geringeren Einsatz von Primärrohstoffen in der Verpackungsproduktion und besser recyclingfähige Verpackungen. Zudem sollen nationale Sonderregelungen reduziert und Anforderungen im EU-Binnenmarkt stärker harmonisiert werden.
Die Idee klingt ja eigentlich ganz gut – aber dann haben Politiker angefangen zu „denken“ und was daraus entstanden ist – ist ein Monster.
Dieses Monster sorgt gerade massiv für einen Aufschrei – und viele Shopbetreiber sehen ihre Existenzen bedroht und haben beschlossen, den Versand von ihren Produkten ins Ausland einzustellen.
Das ist der 2. grosse Versand-Schock, den viele Online-Shops in den letzten Jahren verkraften mussten. Der Taco-Mann Donald Trump aus den USA hat für den 1. Schock gesorgt, als er die Zölle und Einfuhrregeln in die USA verschärft hat. Damals schon haben viele Online-Shops aus Europa aufgehört, in die USA zu liefern. Und jetzt kommt die EU und verpasst den Firmen einen weiteren Schock.
Für mich hier in der Schweiz ändert sich Gott sei Dank nichts – Versand in die EU war schon immer scheisse. Wer ab heute weiterhin in die EU liefern will, bezahlt halt einfach noch mehr …
Wer Produkte in verschiedene EU-Länder verkauft, muss sich im jeweiligen Empfängerland für die sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung registrieren. Ein einziges, EU-weites Register gibt es nicht. Wer in mehrere Länder liefert, muss sich deshalb mit den jeweiligen nationalen Systemen auseinandersetzen. Das bedeutet: Wer in die ganze EU liefern will, muss 27 Registrierungen vornehmen. Damit das alles auch durchgesetzt werden kann, muss jeder Online-Shop auch einen Bevollmächtigten in diesem Land haben.
Wie ihr euch natürlich auch vorstellen könnt, sind diese Registrierungen nicht kostenlos, sondern kosten von wenigen Hundert bis zu ein paar Tausend € …
Das alles wäre ja noch verschmerzbar – aber dann kommt jetzt der Hammer. Es ist egal, ob ihr 1x pro Jahr etwas in dieses Land liefert oder Millionen von Paketen – es kostet immer gleich viel.
Also ein Temu aus China, den wird es nicht stören, aber ein kleiner Online-Shop, der Ohrringe verkauft, der wird’s massiv fühlen.
Ich habe in den letzten Tagen mehrere lustige Milchbüchlein-Rechnungen gesehen, wo jemand mal kurz berechnet hat, was sowas durchschnittlich kostet, und er sagte, es kostet so 1.500 € pro Land und Jahr und etwa 2–4 Tage Arbeit, bis alle Formulare ausgefüllt, Fragen beantwortet und alles abgeschlossen ist.
Und laut dem Strafreglement kostet 1 Verstoss sofort bis zu 200’000 €.
Nun fragt ihr euch sicher: Ja, wer muss hier denn aktiv werden und wann? Hier mal die Liste dazu:
- Lieferanten – Unternehmen, die leere Verpackungen oder Verpackungsmaterialien für andere Wirtschaftsakteure herstellen.
- Erzeuger – Unternehmen, die ihre Marke oder ihr Warenzeichen auf Verpackungen anbringen oder Verpackungen nach produktspezifischen Anforderungen entwickeln und herstellen lassen. Erzeuger tragen den grössten Umfang an Compliance-Verpflichtungen im Rahmen der PPWR.
- Importeure – Unternehmen mit Sitz in der EU, die verpackte Produkte aus Drittstaaten in den EU-Markt importieren.
- Vertreiber – Unternehmen, die weder Hersteller noch Importeure sind und Verpackungen oder verpackte Produkte auf dem Markt bereitstellen, beispielsweise Händler oder Logistikdienstleister.
- Endvertreiber – Unternehmen, die verpackte Produkte direkt an Endverbraucher verkaufen oder liefern, beispielsweise Einzelhändler oder E-Commerce-Unternehmen.
- Hersteller – Unternehmen, die verpackte Produkte in einem EU-Mitgliedstaat in Verkehr bringen, in dem die Verpackung zu Abfall wird. Ein Hersteller kann je nach Umständen Erzeuger, Importeur, Vertreiber oder Endvertreiber sein. Hersteller sind zudem für die Erfüllung der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) verantwortlich, einschliesslich der Zahlung entsprechender EPR-Gebühren in den jeweiligen Mitgliedstaaten.
Fazit
Das ist mal wieder ein Prachtexemplar, was passiert, wenn Politiker sich entscheiden zu denken – es führt in eine Katastrophe.
Auch wenn es jetzt einen grossen Aufschrei gibt, die EU wird sich da jetzt schön raushalten. Jedes Land musste das selbst umsetzen und seine eigenen Gesetze anpassen. Dieses Gesetz wird bleiben – und ob es aufgelockert wird, steht noch in den Sternen.
Ich verstehe jedes Unternehmen, das es sich gerade gut überlegt, ob man noch EU-weiten Versand anbieten möchte oder ob man ganz damit aufhört. Ich kenne mehrere Online-Shops aus der Schweiz und Deutschland, die nur noch im Inland versenden oder nur noch in gezielte Länder.
Also, liebe Leute – passt gut auf, was ihr in eurem Online-Shop ab heute so eingestellt habt.








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