Ich bekomme fast täglich eMails von neuen und total motivierten Blogger, die mir ihr total „super-dupermega-geilen“ Blog zeigen wollen und dann auch noch nach einem Feedback von mir betteln. Oft stecke ich dann in einer grossen Zwickmühle, einerseits will man ja Neu-Blogger nicht die Motivation zerstören und andererseits will man ja auch die Wahrheit sagen. Darum entscheide ich mich dann immer für den Schweizer Weg, ich sag ihm dann nur die Hälfte und umschreibe den Rest. Denn wenn ich mir diese neuen Blogs so anschaue, dann ist es wieder ein Technik-Blog, wieder ein Fashionblog oder wieder ein Reiseblog. Und meistens sind diese neuen Blog einfach nur zum gähnen, weil man alles bereits mindestens 1x schon gelesen hat.

Was braucht man um Erfolg zu haben?

Bevor man überhaupt einen Blog starten sollte, sollte man sich 3 Dinge genau überlegen. Denn diese Dinge sind schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg und es ist egal was für ein Thema man ausgewählt hat, diese 3 Dinge ändern sich nie.
1. Das Suchvolumen, je mehr die Leute über ein Thema bei Google suchen, desto höher ist auch deine Besuchergruppe. Also bringst du ein Blog über Ferien – hast du 8 Milliarden mögliche Leser, bringst du ein Blog über ein Schraubenmutterloch-bohrmaschinenhersteller – hast du wenn du Glück hast vielleicht 5 Leser im Jahr.
2. Was für Vermarktungsmöglichkeiten das Thema, je mehr die Leute nach einem Thema suchen, desto mehr Möglichkeiten hast du um deine Texte in Geld umzuwandeln.
3. Die Konkurrenz, je mehr du andere Konkurrenten hast, desto schwerer wird es für dich den USP (Unique Selling Point) zu entwickeln. 1000x das gleiche Lesen will ja niemand.

Wie hat man heute noch Erfolg?

Wie schon oben gesagt, heute gehts nicht mehr um das Thema eines Blogs. Jede Meinung, jedes Gadget, jede Ferienort wurde bereits im Internet vorgestellt und erzählt. Alles ist nur noch alter Käse. Heute gehts nicht mehr um die Fakten eines Textes sondern um die Präsentation.

Überlegt euch mal, was ihr lieber lesen würdet: Ein Beitrag über Berlin mit den normalen Touristenfotos oder ein Beitrag über die geheimen Ecken von Berlin und Insidertipps zu den besten Restaurants? Also ich würde lieber die 2. lesen als das zum tausendsten Mal wiedergekaute Marketingblabla.

Also ganz kurz gesagt, es geht um die Geschichtsführung eines Blogs/ eines Beitrags, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Du kannst wohl durch gute SEO einen Besucher auf den Beitrag/Blog locken, aber wenn du langweilig schreibst – dann verlierst du den Leser wieder. Du musst also die Texte so schreiben, dass man es gerne und flüssig lesen kann und auch gerne wiederkommt.

Breite Streuung

Als ich angefangen habe, war es sehr einfach einen Blog zu starten. Man musste nur was schreiben und veröffentlichen und hatte schon seine Leser. Alle Leser waren direkt im Internet und nicht auf tausende von einzelnen Kanäle verstreut. Heute muss ein Blogger dorthin gehen wo seine Leute sind, nämlich auf Facebook, Twitter, Youtube und andere Schiessmichtot-Apps. Wenn man also ein Blog hat, muss man auch auf diesen Kanäle aktiv sein, und so entscheidet der Erfolg und Misserfolg nicht nur der Beitrag alleine, sondern auch das richtige Teilen (Also das Teilen des Beitrags bei den Leuten die wirklich das Lesen wollen). Früher wars so, 80% Blogbeitrag schreiben & 20% teilen – heute ists so 20% Beitrag schreiben & 80% teilen.

Also wer diese Dinge alle beherzigt, der hat eine viel grössere Chance einen erfolgreichen Blog zu betreiben.

Der Weg des Geldes

Heute bekommt jeder Wald-und-Wiesen Blogger ziemlich schnell Pakete von Firmen zugeschickt und da hoffen die Firmen dann, dass die Blogger über ihre zugeschickten Produkt was schreiben und so billiges Marketing machen. Wenn man Glück hat, dann bekommt man die Pakete von Influenzermarketing Buden, denn diese sind dann noch so lustig und offerieren einem Blogger 20 Stutz für ein Blogbeitrag. Leider sind vor allem die jungen und naiven Blogger total Feuer und Flamme für diese Art des „Umworbenwerdens“. Immerhin sind das dann 20 Stutz die sie haben. Leider verkaufen sich viele Blogger unter Wert und zerstören so ihren eigenen Marktwert und lassen sich auch total über den Tisch ziehen. So kann man nicht mit bloggen leben. 1 Beitrag = 20 Stutz – dann müsste man 250 schreiben bis man einen Lohn von 5000 CHF hat (Zürcher Lohn-Niveau). Und sorry das schafft niemand.

Also muss man einen anderen Weg gehen. Viele Blogger gehen darum direkte Kooperationen mit Firmen ein. Diese Firmen kaufen also nicht nur die Texte bei den Bloggern ein, sondern auch das Wissen und die Person. Nehmen wir als Beispiel die SBB, die hat ein paar Blogger auf Reisen geschickt, Plakate mit ihnen gedruckt und macht sogar Youtube Videos mit ihnen. Hier hat also dieser Konzern nicht nur den reinen Text gekauft, sondern den Brand mit dem er sich schmücken kann. Und so eine Zusammenarbeit kann dann schon +20’000 CHF einbringen. Ein schönes Sümmchen über eine längere Zeit. Oder dann gibts ne „Bloggerin“ der bei fast jedem Event eines Konzern auftaucht und dort Autogramme verteilt und so ihr Geld wert ist.

Der andere Weg

Ihr habt es evtl gemerkt, es gibt noch einen Weg um Erfolg zu haben, über den ich bisher noch nichts geschrieben habe. Und zwar gibts noch einen Typ Mensch der wird als Blogger sehr schnell sehr Erfolgreich werden, aber da gehts dann nicht um die Texte sondern die Verpackung. Wenn eine Frau oder Mann Haut zeigt, dann kommen die Leser in Scharen. Zeigt eine Frau ein wenig Brust, Hals, Bein dann ist es 100% sicher die Leser kommen und ja geilen sich an ihr auf. Zeigt ein Mann seinen Sixpack – dann kommen die Frauen und geifern dem Blogger nach.

Es gibt fast täglich irgendwelche Fitnessblogs, Sportblogs, Diätblogs die neu entstehen. Die schreiben dann auch meistens immer das Gleiche, aber dekorieren die Texte mit neuen freizügigen Bildern und verdienen sich so krumm und dämlich. Als Frau ist es auch egal ob man Blond, Braun, Rot oder Schwarzhaarig ist, ob Dick oder Dünn – dafür gibts immer einen Markt. Aber ein Mann muss ein Adonistyp sein, damit hier Erfolg hat – sorry Männer… Wenn man also pro Beitrag 500’000 Views hat und eine Klickrate von 1% hat bei einem Klickpreis von 50 Rappen – hat man 2500 CHF pro Beitrag verdient.

Fazit: Kann man heute also noch vom Bloggen leben?

Nun kurz gesagt, vom direkten Bloggen kann man heute nicht mehr leben.

ABER

Ja, man kann sich ein Businessmodell zusammenbauen mit dem man gut leben kann. Man verkauft also nicht nur seine Texte sondern sich ganz selbst – Kombi-Paket.

Aber eines ist klar, vom Blog zu leben bedeutet viel mehr Arbeit als bei einem normalen 9/15 Uhr Job. Als Blogger muss man immer arbeiten, egal ob am Montag Morgen oder Samstag Nacht, ob man gesund oder krank ist oder in den Ferien. Hat man sich verpflichtet, muss man seinen Vertrag erfüllen und es durchziehen, ein rumhängen gibts hier nicht. Ich kenne ein paar Blogger in Schweiz / Deutschland, die können vom Bloggen leben, aber die sind heute am Morgen am Bodensee, am Mittag in Zürich und am Abend in Hamburg. Das ist also Stress pur – aber sicher schöner Stress.

Also zum Abschluss zusammengefasst. Ja man kann vom Bloggen leben, dann ist es ein sehr strenger aber erfüllender Job und man muss immer weiter machen und vorallem muss man sich immer neu Erfinden. Was heute funktioniert, kann morgen schon Out sein. Heute spricht die ganze Welt von PokemonGO aber nicht mehr vom Moorhuhnschiessen – obwohl beides total Hypes waren – nur fast 20 Jahren unterschied.

Ich wünsche allen die sich auf dieses Abenteuer einlassen viel Erfolg und ich hoffe ihr teilt mir eure Blog-URL’s mit 🙂

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

3 Kommentare

  • Was du sagst stimmt schon und auch wieder nicht – wenn man nicht in einem Thema drin ist, das interessiert, passiert überhaupt nichts. Also kann man es auch vergessen. Blogger denken ans Schreiben, aber nichts ans Vermarkten ihrer Inhalte. Da liegt natürlich ein grosses Problem. Man muss bereits eine gewissen Reputation jenseits des Blogs haben, um erfolgreich zu sein. Und dann ist es Knochenarbeit. Es gibt tatsächlich Leute die in der Schweiz vom Bloggen leben können. Die kann man an einer oder zwei Händen ablesen. Vielleicht muss man sich zuerst einmal überlegen, was der Grundgedanke von Blogs war – es ist eine art Tagebuch. Wer erfolgreich darin sein will, der kann nicht nur vom Texten leben, es braucht Videos, Fotos und es braucht mehr als einen Blog. Youtube, Snapchat, Twitter, Instagram und Pinterest und was noch alles dazu kommen wird, gehören dazu und müssen sich gegenseitig befeuern. Wer das Abenteuer Blog wagen will, der muss sich auf eine Menge Arbeit gefasst mache oder auf einen totalen Frust. Zeit bzw. die damit hergehende Geduld, braucht es natürlich auch. An einem Internet Briefing übers Bloggen hab ich mal gesagt, und das war 6 Jahre her, ich würde heute nicht mehr einen Blog alleine aufziehen. Wieso tun sich nicht Gleichgesinnte zusammen und machen was Spannendes. So erhält der Blog von mehreren Seiten Traffic, die Einzelnen sind weniger unter Druck, dauernd etwas posten zu müssen und die Währung eines Blogs ist eh Reputation und weniger die Kohle. Also ist ein Blog ein Egoprojekt

    • Danke Reto für deinen Kommentar. Natürlich sollte man was vom Thema verstehen, weil sonst ist man ja mehr ein Journalist als ein Blogger 🙂 Darum gehe ich immer automatisch vom Wissen aus.

      Ja bis ein Blog läuft braucht es mindestens 2-3 Jahre – so läuft das (ausser man geht den billigen Weg). Hingegen ein Blog mit mehreren Leuten machen, dann ist das ja mehr so ein Portal als ein Blog und dann hat man wohl mehr Mitkämpfer aber man geht wieder im Sumpf unter…

      Spannende Idee ists aber – obwohl ich das nie machen würde 🙂

  • Danach hat sich tatsächlich mindestens ein ganz spannender Blog über Online Werbung gebildet, so ca 7 Leute haben da mitgemacht. Ich glaub der hat einige Jahre überlebt. Es hat aber ein konkretes Überbleibsel die publikation wifimaku – auch ein sehr spannendes Projekt von Jörg Eugster – siehe wifimaku.ch. Man sollte sich überleben, ob statt bloggen nicht auch eBooks eine Möglichkeit wären.

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