Ich bin letzte Woche über einen lustigen Artikel gestolpert – wo man sich über diese Blogger aufregt. Da ja nur ein kleiner Teil meiner Leser aus der Schweiz sind – dachte ich mir das könnte den Rest von euch auch interessieren. Darum hier der ganze Artikel.

Die Frau marschierte mit ihrem Kind ins Restaurant und bestellte einen grossen Brunch. Als sie aufbrach, weigerte sie sich, die drei Platten zu bezahlen. Sie sei eine erfolgreiche Bloggerin, sagte sie schnippisch und zückte ihre Visitenkarte. Einen Gratis-Brunch habe sie nur verdient. Schliesslich schreibe sie über das Essen.

Ein solcher Gast tauchte kürzlich im Zürcher Restaurant Maison Blunt auf. «Den Angestellten war sofort klar, dass sich die Dame mit ihrem Kind einfach den Bauch gratis vollschlagen wollte», sagt Geschäftsführer Kevin Morrison. Auch habe die Frau weder Fotos noch Notizen gemacht. Erst nach langer Diskussion habe sie eingewilligt, den Brunch zu bezahlen. Im Restaurant genüge es nicht, sich als Blogger auszugeben, um gratis konsumieren zu können. «Da könnte ja jeder kommen und irgendetwas behaupten.»

«Sie wollen eine Woche gratis Ferien»

Auch vor Hotels und Läden machen die Pseudo-Blogger nicht halt. Sie erhalte jede Woche rund drei Anfragen von Leuten, die sich als Blogger ausgäben und durch eine Zusammenarbeit mit ihnen profitieren wollten, sagt Yvonne Gross, stellvertretende Direktorin des Hotels The Cambrian in Adelboden. «Teilweise sind sie so frech und wollen eine Woche gratis bei uns Ferien machen.»

Die forderndsten Anfragen kämen oft von Hobby-Bloggern. «Darunter sind etwa Mütter, die über ihre Babys bloggen, oder Hobby-Gärtnerinnen.» Die Reichweite dieser Nobodys sei viel zu gering. «Sie glauben, dass sie mit 300 Followern auf Instagram das Zeug zum gefragten Hoteltester haben.» Um infrage zu kommen, hätten sie mindestens 100’000 Follower als Faustregel festgelegt. Die Profile sähen dagegen oft sehr professionell aus. «Wenn die Beiträge aber kaum Likes oder Kommentare haben, ist der Fall schnell klar.»

Unattraktive Profile

Besonders ziehen trendige Kleiderläden die Schnorrer an. «Eine Zeit lang erhielten wir viele Anfragen von Leuten, die bei uns kostenlos oder mit Rabatt Kleider oder Accessoires beziehen und darüber bloggen wollten», sagt Lea Moser, Verantwortliche Marketing und Projekte bei Fizzen in Bern. Im Laden seien auch solche aufgetaucht, die gesagt hätten: «Ich bin Blogger. Kann ich etwas ausleihen?» Als das Personal sich die Profile angeschaut habe, seien oft nicht sehr attraktive darunter gewesen. «Vieles wirkte selbst gebastelt», sagt Moser, die auch Fotografin ist.

Mittlerweile erhielten sie weniger Anfragen. Vermutlich hätten die Leute gemerkt, dass es nicht so einfach sei, auf dem Bloggermarkt zu bestehen. «Wir wollen eine Win-Win-Situation und nicht Leute, die auf unsere Kosten profitieren.» Fizzen nehme deshalb jeweils sorgfältige Selektionen vor. Auch Yvonne Gross betont: «Wir freuen uns natürlich über jeden Blogger, können jedoch nur denjenigen etwas offerieren, die für uns eine genügend grosse Relevanz haben.» So müsse die Zielgruppe des Blogs mit dem Publikum ihres Hotels übereinstimmen.

«Blogger machen gierig»

Werbefachmann Frank Baumann macht den Erfolg einzelner weniger Blogger dafür verantwortlich. «Durch ihren Erfolg und den Einfluss auf die Werbebranche machen sie einige Menschen gierig, auf denselben Zug aufzuspringen.»

Viele Normalverbraucher denken sich: ‹Wow, wenn andere mit so wenig Aufwand so viel Luxus erreichen, schaff ich das auch.›» Gerade kleine Betriebe seien gefährdet, auf die Schnorrer hereinzufallen. «Taucht plötzlich ein Blogger auf, der behauptet, er sei erfolgreich, könnte ein Betrieb sofort an den grossen Profit denken und den Verstand ausschalten.»

Artikel aus 20min

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

6 Kommentare

  • Lustige Idee! Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen?!
    Aber diese gierigen Blogger gibt es schon immer, ungefähr seit der Erfindung der Produkttesterblogs. Ich weiß von einigen, die aktiv die Hersteller anschreiben, weil sie ein Produkt testen, welches sie gerade mal gut gebrauchen können.
    Blöd halt, dass dadurch wir Blogger in Verruf geraten.
    LG
    Sabienes

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