Linktipp: Verwenden und speichern KI doch alle Daten?

von Eric-Oliver Mächler | Mai 8, 2025 | Allgemein | 0 Kommentare

Schlagwörter: KI / AI

ChatGPT und die anderen LLMs sind eine wirklich geniale Erfindung. Ja, ich gehe sogar so weit, dass ich die Entwicklung von LLMs mit der Erfindung der Glühbirne oder des Internets vergleiche. Ich bin mir sicher, dass die Entwicklung in diesem Bereich genauso rasant weitergehen wird wie bisher.

Leider ist diese Technologie für die meisten Menschen auf der Erde viel zu schnell – und ich bin sicher, das hat auch damit zu tun, dass sie „Künstliche Intelligenz“ genannt wird. Meiner Meinung nach hätte man diese Technologie nie so benennen sollen, denn bei „KI“ denken viele sofort an die Schiffscomputer von Enterprise, Jarvis aus Marvel oder Data, den Androiden. Ja, ich zähle diese Beispiele zur „echten“ KI, weil sie nicht nur Eingaben verarbeiten, sondern auch selbst denken und entsprechend antworten können.

ChatGPT, Perplexity, Gemini oder LLaMA hingegen sind reine LLMs – also nichts anderes als Wahrscheinlichkeitsmodelle.

ChatGPT erklärt LLMs wie folgt:

Ein Large Language Model ist ein künstliches neuronales Netzwerk, das auf riesigen Mengen an Text trainiert wurde, um Sprache zu verstehen und selbst Texte zu erzeugen.

Wie funktioniert das grob?

Training auf Textmengen:
Das Modell liest Milliarden von Sätzen aus Büchern, Webseiten, Foren usw.
Es lernt dabei, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen – z. B.:
„Nach den Wörtern Ich habe Hunger, ich gehe zum … kommt wahrscheinlich ‚Kühlschrank‘.“

 

Vorhersage Wort für Wort:
Wenn du etwas schreibst, sagt das Modell:
„Was ist das wahrscheinlichste nächste Wort?“
Dann das nächste, und so weiter – wie ein sehr schnelles Autovervollständigen.

 

Mathematik im Hintergrund:
Das Gehirn des Modells besteht aus „Transformern“, einer Architektur, die Zusammenhänge zwischen Wörtern über grosse Distanzen im Text erkennen kann.

 

Keine echte Bedeutung:
Das Modell versteht nichts im menschlichen Sinn. Es erkennt nur Muster.
Es weiss nicht, dass „Kühlschrank“ ein Ding ist – es weiss nur, dass es oft nach „Ich habe Hunger“ kommt.

Und hier haben wir eines der ersten Probleme: Es braucht Daten, um zu wachsen.

Deshalb sage ich immer: Traut keiner KI. Auch wenn ChatGPT behauptet, die Eingaben der Nutzer würden nicht wiederverwendet – ich glaube das nicht. Und ja, ich wurde dafür oft ausgelacht.

Aber ich bin nicht der Einzige, der das so sieht. Konzerne wie JPMorgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs, Citigroup, Wells Fargo, Deutsche Bank, Samsung, Procter & Gamble oder Apple haben die Nutzung von KI am Arbeitsplatz eingeschränkt oder sogar ganz verboten.

Viele Leute halten mich deshalb für einen hysterischen Spinner.

Ich habe Kundinnen und Kunden gesehen, die komplette Shop-Bestellungen inklusive Kundendaten in eine KI eingegeben haben, nur um „fancy“ Reports zu erhalten. Ich weiss von Treuhandfirmen, die ihre Buchhaltung von ChatGPT und Co. überprüfen lassen – nicht anonymisiert. Ich sage allen, die das tun: Ich freue mich schon darauf, von euch in der Zeitung zu lesen, wenn ihr von euren Kunden verklagt werdet, weil ihr ihre Daten einer KI gegeben habt, die diese dann wiederverwendet …

Und nun möchte ich euch auf einen sehr guten Artikel von Reto Vogt aus der Schweiz aufmerksam machen. Ihr solltet diesen Artikel unbedingt lesen, denn er zeigt, dass auch Schweizer Firmen sich auf KI verlassen – und diese mit Kundendaten füttern. Ob Intrum (Inkassofirma) oder die IV (Invalidenversicherung) selbst involviert waren, weiss ich nicht. Aber der Artikel zeigt schön, wie KI auch Inputs von Kunden für Trainingszwecke missbrauchen kann.

Datenleak bei ChatGPT? Wenn die KI aus fremden Dokumenten zitiert

Fazit:

Versteht mich nicht falsch – ich liebe KI. Für Ideengenerierung oder Zusammenfassungen ist sie eine gute Sache. Selbst dieser Artikel wurde am Schluss von ChatGPT auf Rechtschreibefehler korrigiert (ich weiss nämlich, dass ich darin kein Held bin 🤣). Auch Bilder generiere ich gerne (siehe meine KI-Bildergalerie).

Aber ich habe noch nie – und werde auch nie – Kundendaten verwenden. Auch nicht anonymisiert. Ich werde nie Buchhaltungen oder Statistiken damit generieren, sondern sie weiterhin mit Excel und von Hand machen – aber nie mit KI.

Ich weiss, dass Papier geduldig ist – und wenn man A verspricht, halten sich viele (v. a. Konzerne) nicht an B. Viele davon sind reich genug, um auch langwierige Prozesse durchzustehen.

Also: Schaut euch den Artikel an – und denkt daran: Solche Überraschungen wird es in Zukunft immer öfter geben.

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