Wenn ein Burger CEO sein eigene Produkt hasst und es bewerben muss – Der Burgerkrieg 2026

von Eric-Oliver Mächler | März 7, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

Schlagwörter: Kampagne - Social Media

Auch wenn sich gerade 3 fantastische religiöse Länder im Nahen Osten die Köpfe einschlagen, die Welt dreht sich weiter. Auch in Social Media geht es normal weiter und das ist gut so. Dumm ist es nur, wenn man dann einen CEO zwingt, sein eigenes Produkt in einer Tiktok Ad zu bewerben und er nicht merkt, dass er das eigene Produkt hasst.

Ihr erinnert euch vielleicht noch ans letzte Jahrhundert, da gab es weniger Manager, sondern viel mehr inhabergeführte Unternehmen – es gab zwar auch da Inhaber, die die eigenen Mitarbeiter wie Dreck behandelt haben – es gab aber viel mehr Chefs, die ihre eigenen Produkte liebten und ihre Mitarbeiter gut behandelt haben (sowas nannte man damals Patrons). Heute aber ist es so, dass es nicht mehr um die Firma geht, sondern nur noch um die eigene Brieftasche. Man arbeitet so lange an der jetzigen Stelle, bis sich irgendwo anders eine besser bezahlte höhere Position auftut, und dann springt man ab. Egal ob bei Banken, in der Industrie oder im Foodbereich – vielen Managern / CEOs ist ihr eigenes Produkt egal – sie arbeiten nur so lange, bis sich eine bessere Position öffnet.

Und das merkt man.

So hat sich McDonald mal wieder einen kompletten Fehlgriff geleistet. Dieses Unternehmen dachte sich wohl, dass man den Chef zwingen könnte, in einem Video aufzutauchen, um dann einen neuen Burger zu bewerben.

Und das ging gründlich schief.

Chris Kempczinski ist eigentlich seit 2019 der CEO von McDonald und hat das Video gedreht. Man sieht hier nicht nur, wie er sich vor dem Produkt ekelt und es gar nicht essen will, sondern man sieht auch, dass er lieber Pommes in seinen Behälter zurückgibt, als sie zu essen. Am Anfang des Videos waren es weniger Pommes als am Ende …

Natürlich ging dieses Video viral und viele Burgerfirmen haben den Ball aufgenommen und viel bessere Burger Ads gemacht. Übrigens sagen viele, dass McDonalds dieses Video extra so gemacht hat, aber das kann nicht sein, sonst hätten sie das Video nicht nach nicht mal 7 Tagen wieder gelöscht.

Als nächstes ist dann der Erzrivale von McDonald gekommen, nämlich Burgerking, und ihr CEO Tom Curtis hat dann gezeigt, wie sehr er seine Burger liebt. Er war sogar so viel lockerer drauf, dass er sogar einen Witz gemacht hat.

Und dann kam Wendy’s CEO Pete Suerken und hat sogar gezeigt, wie sie ihre Burger braten, und dazu gab es ein Frosty (Milchshake?) und er hat sogar einen Milchshake-Witz gegen McDonalds gemacht (da sind die Milchshakegeräte ja meistens kaputt).

Danach wurde A&W in Kanada aktiv – sie haben zwar nicht ihren Chef in die Kamera gestellt, sondern den A&W Guy. So wie ich das verstanden habe, ist er das Werbegesicht (Allen Lulu), der schon sehr lange Werbung macht – also so wie Boris Becker in den 90ern das AOL-Gesicht war mit dem „Bin ich schon drin?“-Spruch. Also Allen hat den Attack-Witz von McDonalds genommen und ihn noch übertriebener gemacht – man merkt hier, da ist ein Schauspieler am Werk, der weiss, was er kann und den Burger auch liebt.

Und zum Schluss ist noch P. Terry gekommen. Ihr Gründer Patrick Terry hat auch ein Video gemacht. Ich weiss zwar nicht, ob er sein Produkt so liebt wie McDonald oder wie Burger King, denn er hat wohl einen Burger und Pommes in die Kamera gehalten, aber nicht abgebissen. Weil er sich wohl schämt, lädt er stattdessen 10 Leute zum Lunch ein. Ich frage mich, warum er nicht abbeissen wollte – entweder ist der eigene Burger vergiftet oder kalt 😛

Wie auch immer, 2026 schaue ich sehr selten Werbung an – 99 % der Ads, die ich sehe, sind einfach nur langweiliger KI-Scheiss – darum finde ich es immer lustig, wenn man solche Kampagnen sieht. Man sieht hier nämlich sehr gut, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn eine Ad in die Hose geht – sie wird aufgegriffen – man wird ein wenig lächerlich gemacht, aber die Welt geht weiter.

Übrigens: McDonald hat das Video nach nicht mal einer Woche gelöscht und gleich noch nachgedoppelt. Und zwar haben sie dieses Video gepostet mit der Beschreibung „cant believe this got approved“. Also sie nehmen sich selbst nicht so ernst und spielen damit.

Ach so macht man Werbung, die ich auch lustig finde.

Ich wünschte wirklich, die Politiker auf der Welt würden sich hier ein Beispiel nehmen: macht Battle-Tanz-Videos und schickt nicht Kinder in den Krieg, um für euch sterben zu müssen. Aber von den 9 Milliarden Menschen auf dieser Welt bin ich wohl der Einzige, der so denkt.

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