Ist euch die Veränderung im Internet aufgefallen? Erinnert ihr euch noch an Früher, damals als wir noch ein friedliches Offlineleben geführt haben? Wenn uns damals etwas nicht gefallen hat, haben wir entweder ein Leserbrief an die nächste Zeitungsredaktion geschrieben oder wir haben mit der Firma direkt Kontakt aufgenommen und ihr unser Leid/ Problem direkt geklagt. Das hat uns zwar ein wenig Zeit gekostet, aber wir haben uns diese gerne genommen, damit wir eine gute Antwort bekommen oder die Lösung unseres Problems.

Dann kam das Internet und damit die Social Media. Hier haben wir gelernt, dass es einfacher ist, einen Tweet zu schreiben oder die Facebookseite – äxgüsi – voll zu kotzen. Es kostet fast keine Zeit, eine Lösung bekommt man eh meistens nicht aber wir fühlen uns alle wichtig.

Da heute hoffentlich alle Firmen die Social Media Kanäle einsetzen, ist es so dass alle Probleme/ Reklamationen an einem Ort gesammelt sind. Wir sehen also, dass bei einer Firma ein Problem existiert. Und Fehler/ Probleme tauchen bei allen Firmen früher oder später auf.

Nun gibt es viele Zeitgenossen, sogenannten Trolle, die in ihrem RL Leben (also dem echten Leben) nichts erreicht haben, frustriert sind und in der angeblichen Anonymität sich öffentlich austoben um sich besser zu fühlen. Wenn der Kafi zu kalt oder zu heiss ist, wenn die Produktverpackung ein Knick hat, dann fehlt solchen Leute die Eier um direkt bei der Firma zu intervenieren, sie gehen nach Hause und fühlen sich dort stark und schreiben ihren Frust von der Seele. Diese Leute können Politiker, Bänkler oder einfache Fabrikarbeiter sein, eines haben sie aber gemeinsam, diese Leute haben einen Dachschaden. Sie sind so frustriert, dass sie sich Wichtiger nehmen als sie es eigentlich Wert sind.

Kommen nun diese 2 Situationen zusammen, gibts eine Explosion im Internet und ein sogenannter Shitstorm entsteht.

Aber diese Situation ist eigentlich nichts schlimmes, schlimm wird es erst, wenn klickgeile Journalisten einen Text abliefern müssen und dazu gezielt nach solche unwichtigen und einfachen Storys suchen (Es ist ja einfacher aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, als wirklich eine Watergate Affäre aufzudecken). Wie wir alle täglich sehen, macht dieser Berufsstand täglich aus nichts ein Skandal. Ich selbst habe das mal selbst in meinem Privaten Blog ausprobiert und ein reisserischen Titel in noch einen reisserischen Titel verwandelt – und dabei habe ich nur Fakten erwähnt die korrekt sind: Tausende Menschen dank dem Franken-Schock bereits gestorben

Ich bin zwar kein Journalist aber ich denke diesen Titel und die dazugehörige Story habe ich gut geschrieben.

Also wenn dann dieser Journalist, der ängstliche wütende User und die Firma die einen Fehler gemacht haben, zusammenkommen, dann explodiert die Mischung.

Denn jetzt hat das Problem mit der Firma eben eine Aufmerksamkeit bekommen und das zieht natürlich andere Trolle an und dann gehts richtig los. Es ist wie ein Perpetuum Mobile. Wenn man dann diesen Shitstormkreis nicht durchbricht, schaukelt sich das Ganze immer weiter auf bis es explodiert.

Ich habe mir nun diese medialaufgebauschten Shitstorms aus der letzten Zeit mal genauer angeschaut. Da gabs ein deutscher Rapper und ein schweizer Politiker die dumme Aussagen gemacht haben, Let’s Dance und Bachelor hatten einen und selbst Dolce & Gabbana hatten einen. Die Schweiz hat fast 9’000’000 Einwohner wenn 100 Leute reklamieren, sind das 0,001% der Bevölkerung und Deutschland mit seinen 90’000’000 (gerundet) da toben sich so 500 Leute durchschnittlich aus, und das sind dann in Prozent 0,00056%

Also wenn man das ganze realistisch betrachtet, dann ist das ein Witz.

Ist nun der Shitstorm ein Mythos oder Realität?

Nun er ist beides. Wenn man die harten Zahlen anschaut, dann gibt es eigentlich kein Shitstorm – höchstens ein geistiges Fürzli. Bei einer Umfrage auf der Strasse hat man eine Ungenauigkeit von 3-5% und das ist normal. wenn nun aber nicht mal ein 1000stel Prozent motzen ist das ein Shitstorm? Lachhaft

ABER

Wir Menschen sind auch ein ängstliches Rudeltier. Gibt es irgendwo Ärger, dann fliehen wir. Wenn man nun sieht, dass bei einer Firma was daneben gegangen ist, dann fliehen die Leute. Wir geilen uns zwar über den Ärger des anderen auf (hähä Firma XY hat Probleme hähä) aber wir suchen dann eine andere Firma um mit ihr Geschäfte zu machen.

Wie geht man also mit einem Shitstorm am Besten um?

Nun um das ganz detailliert aufzuzählen, brauch ich mehr Zeit – diese Antwort kommt also mal später.

Aber ich kann jetzt schon sagen, dass man selbst wissen will wie man reagieren will. Man kann so ein Sturm im Wasserglas aussitzen und die Leute austoben lassen. Jede Firma die auf diese 0,0001% Kunden nicht verzichten kann, ist krank und stirbt eh bald über kurz oder lang. Natürlich dauert es dann länger bis sich so ein Shitstorm wieder legt. Man kann aber auch reagieren und so schnell einen Shitstorm in was positives umwandeln. Dann ist der Shitstorm zwar auch heftig aber kürzer.

Wichtig ist einfach, dass man irgendwie einen Plan hat und reagiert. Denn nicht wie man reagiert hat einen Einfluss auf den Shitstorm sondern ob man reagiert oder nicht.

Aus diesem Grund sind eigentlich die heutigen sogenannten Shitstorm nichts weiteres als ein Witz.

Einen wirklichen Shitstorm, wo die Hälfte oder mehr der Kunden rebelliert, hat es bisher selten gegeben. Mir fällt da gerade nur 1 Beispiel ein, nämlich Carna Grischa, diese Fleischfirma die teures inländisches Rindsfilet verkauft und billiges importiertes Pferdefleisch umetikettiert und geliefert hat. Da hat es wirklich geknallt und jetzt ein paar Monate später ist die Firma fast Konkurs.

Also wenn ihr nichts bösartiges gemacht habt, sind Shitstorms absolut nicht schädlich und wenn ihr eure Kunden übers Ohr gehaut habt, dann seid ihr selber schuld und werdet ihr bald vom Markt weg sein – wie ihr es verdient habt.

Über

Eric-Oliver Mächler

Seit 2005 bin ich ein aktiver Blogger. Ich kenne die Kniffe und die Tricks um einen Blog erfolgreich zu machen. Hier gebe ich diese kleinen Tricks gerne weiter und freue mich, wenn ich euch helfen kann. Hier erfährt man mehr über mich.

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