In meinem Livestream von heute habe ich die spannendsten Tech-News der Woche mit meinen Zuschauern geteilt. Drei grosse Plattformen haben in diesen Tagen Neuigkeiten veröffentlicht, die mich beschäftigt haben: YouTube, Meta und Threads. In diesem Beitrag fasse ich alles nochmal ausführlich zusammen, ergänze Hintergründe aus den Originalquellen und teile meine persönliche Einschätzung. Am Ende entscheidet ihr selbst, was euch davon begeistert – und was eher beunruhigend klingt.
Video
Den Livestream könnt ihr auch bei mir auf Peertube anschauen: https://tv.maechler.cloud/w/5TVPevDvrNzFdrB55G7md6
YouTube: Das „Made on YouTube 2026″-Event
YouTube hat in dieser Woche ein eigenes Event veranstaltet und unter dem Titel „Made on YouTube 2026″ eine ganze Reihe neuer Funktionen angekündigt. Nicht alles davon ist revolutionär, aber in der Summe zeigt die Richtung klar, wohin die Reise geht: Künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr Aufgaben, die bisher Creator oder Zuschauer selbst erledigen mussten. Ich habe mir die Ankündigungen im Detail angeschaut und picke hier die Punkte heraus, die aus meiner Sicht wirklich relevant sind.
KI-Editing für Shorts
Eines der wichtigsten Themen war das neue „Conversational Editing Tool“. Damit kann man in Shorts und in der YouTube-Create-App per Sprache oder Texteingabe mit der KI kommunizieren und sein Video bearbeiten lassen. Man kann der KI sagen, sie soll Pausen automatisch trimmen, das Pacing verbessern oder Clips umsortieren – alles auf Zuruf. Wer mag, kann anschliessend weiterhin manuell nachjustieren. Praktisch klingt das auf jeden Fall, besonders für Creator, die wenig Zeit haben oder sich nicht stundenlang mit Schnittsoftware beschäftigen wollen.
KI schneidet Shorts bald komplett selbst
Der nächste logische Schritt wurde ebenfalls angedeutet: Künftig soll die KI in der Lage sein, Shorts komplett eigenständig zu schneiden. Das geht noch einen Schritt weiter als das bisherige Editing-Tool – hier übernimmt die Maschine die kreative Arbeit vollständig. Was das für die Qualität und vor allem für die Authentizität von Inhalten bedeutet, muss sich zeigen. Klar ist: Wer heute schon Schwierigkeiten hat, sich gegen perfekt inszenierte KI-Videos abzugrenzen, wird es in Zukunft noch schwerer haben.
Livestreams synchronisieren und zusammenlegen
Im Live-Bereich tut sich ebenfalls einiges. Livestreams können bald automatisch synchronisiert werden – das spart Produzenten viel Arbeit, wenn mehrere Kameras im Spiel sind. Zusätzlich können zwei YouTube-Kanäle künftig gemeinsam einen Livestream machen. Wer Restream kennt, weiss: Solche Co-Streams sind dort schon länger möglich. Jetzt holt YouTube also diese Funktion nativ nach. Praktisch für gemeinsame Formate, aber natürlich auch ein weiterer Schritt in Richtung „Always-on-Content“ ohne grossen Produktionsaufwand.
Live Showdowns und Auto Dubbing
Zwei weitere Live-Funktionen sind „Live Showdowns“ – hierbei können Creators ihre Streams zusammenführen und gegeneinander antreten lassen – sowie „Auto Dubbing“. Letzteres übersetzt Livestreams in Echtzeit in andere Sprachen und macht sie so einem globalen Publikum zugänglich. Das ist tatsächlich ein echter Mehrwert, besonders für Creator, die international wachsen wollen. Und die „Watch With“-Funktion, mit der Zuschauer schon bisher live neben Creators reagieren konnten, wird nun auch für Long-Form-Videos verfügbar.
Custom Feeds: Die KI entscheidet, was ihr seht
Auf der Zuschauer-Seite ist die grösste Ankündigung der „Custom Feed“. Nutzer können sich ihre eigene Homepage per Konversations-Prompt zusammenstellen lassen. Ein Beispiel aus der Ankündigung: „Witty podcasts for my daily 30-minute commute“. Man kann mehrere solcher Feeds speichern und sie werden automatisch aktualisiert. Klingt erst mal praktisch, ist aber gleichzeitig ein weiterer Schritt, bei dem die KI bestimmt, was wir zu sehen bekommen. Die Macht über die eigene Timeline liegt immer weniger bei uns – und immer mehr bei einem Algorithmus, dessen Ziele nicht unbedingt unsere sind.
Ask YouTube: KI-gestützte Suche
„Ask YouTube“ wird zum Produktempfehlungs-Guide ausgebaut. Man fragt die KI also künftig nicht mehr nur nach Videos, sondern bekommt direkt konkrete Produktempfehlungen ausgespielt – inklusive Shopping-Integration. In Kombination mit dem neuen Affiliate-Programm, das bis Jahresende in 35 Ländern ausgerollt wird, und der Amazon-Integration in internationalen Regionen wird YouTube zunehmend zur Shopping-Plattform. Produkt-Tags zeigen künftig lokalisierte Angebote, je nachdem wo sich der Zuschauer befindet.
Mein Fazit zu YouTube
Ich bin ehrlich gesagt nicht wirklich begeistert. YouTube hat schon heute enorme Kontrolle darüber, welche Videos wir sehen – und mit dem Custom Feed übernimmt die KI jetzt noch mehr Lenkung. Creator haben immer weniger Einfluss darauf, wie ihre Inhalte beim Publikum ankommen, und Zuschauer werden noch stärker bevormundet – von einer KI, die gar nicht wissen kann, was uns wirklich interessiert. Die neuen Editing-Tools sind praktisch, keine Frage. Aber ich frage mich, ob wir hier nicht gerade die Kontrolle über unsere eigenen Inhalte und unser eigenes Sehverhalten Stück für Stück abgeben. Mehr dazu im Originalartikel von YouTube: https://blog.youtube/news-and-events/innovation-youtube-era-made-on-viewers-creators/
Meta: Muse, neue Hardware und Meta One
Bei Meta war in dieser Woche ebenfalls einiges los. Auf der Meta Connect 2026 wurden mehrere Neuheiten vorgestellt, die das Unternehmen klar als KI-First-Konzern positionieren. Drei grosse Themen stehen im Raum: ein neuer KI-Assistent namens „Muse“, neue Hardware in Form einer KI-Brille, einer VR-Brille und eines kleinen Anhängers namens „Muse Charm“, sowie mit „Meta One“ ein neues Abo-Service, das die Funktionen der Meta-Apps bündelt.
Muse: Metas neuer KI-Assistent
Meta führt eine eigene KI mit dem Namen Muse ein. Sie soll als persönlicher Assistent fungieren – beim Schreiben von E-Mails helfen, Einkaufslisten erstellen, coachen und viele weitere alltägliche Aufgaben übernehmen. Muse basiert auf Metas eigenen Llama-Modellen und wird künftig in verschiedenen Meta-Apps und Geräten eingebaut. Was das Ganze von bestehenden Assistenten wie Siri, Alexa oder ChatGPT unterscheidet, bleibt abzuwarten – bisher klingt es nach einem weiteren Mitbewerber im ohnehin schon überfüllten KI-Markt.
Meta Glass: Die KI-Brille
Es gibt ausserdem eine neue KI-Brille namens „Meta Glass“. Nach dem gescheiterten ersten Anlauf mit Google Glass und den Datenschutzdebatten rund um Kameras in Brillen ist es durchaus mutig, dass Meta hier einen neuen Versuch startet. Man stelle sich vor: Eine Brille mit Kamera und KI, die alles aufnimmt, was wir sehen. Für manche sicher praktisch, für mich persönlich bleibt da ein ungutes Gefühl. Solche Geräte können eben auch dazu missbraucht werden, unbemerkt zu filmen – sei es in Umkleiden, bei Meetings oder einfach im Alltag. Privatsphäre ade, würde ich sagen.
Neue VR-Brille
Zusätzlich gibt es eine neue VR-Brille von Meta. Details wurden auf der Connect vorgestellt, der Fokus liegt klar auf immersiven Erlebnissen – sei es für Gaming, virtuelle Meetings oder das Metaverse, das Meta weiterhin nicht aufgegeben hat. Ob VR diesmal den Durchbruch schafft, bleibt abzuwarten. Die Begeisterung der ersten Welle ist verflogen, jetzt geht es darum, echten Nutzen für den Alltag zu schaffen.
Muse Charm: Das Tamagotchi für die Hosentasche
Die wohl ungewöhnlichste Neuheit ist das „Muse Charm“. Heise hat es treffend als „Tamagotchi meets AI agent“ beschrieben. Das Gadget ist etwa so gross wie eine Smartwatch, hat einen Bildschirm, zwei Kameras, ein Mikrofon, einen Fingerabdrucksensor und eine 5G-Verbindung. Man trägt es an einer Kette um den Hals oder am Schlüsselbund. Tippt man auf den Sensor, spricht man mit der KI – die Kameras zeigen dem Assistenten, was um einen herum passiert. Auf dem Bildschirm erscheint ein kleiner Avatar namens „Jolly“. Laut Zuckerberg ist das Gerät noch nicht fertig, soll aber pünktlich zum Dezember-Feiertagsgeschäft erscheinen. Verfügbarkeit und Materialien sind noch unklar. Weitere Details bei Heise: https://www.heise.de/en/news/Tamagotchi-meets-AI-agent-Meta-announces-AI-gadget-Muse-Charm-11464075.html
Meta One: Das neue Abo-Service
Daneben hat Meta mit „Meta One“ ein neues Abo-Service vorgestellt, das die Funktionen der Meta-Apps bündelt und erweiterten Zugang zu KI-Features bietet. Es soll sich an Privatpersonen, Creator und Unternehmen richten und alle wichtigen Meta-Apps zusammenfassen – Instagram, Facebook, WhatsApp, Meta AI sowie künftig Edits und AI-Glasses. Es gibt Einzeltarife wie „Instagram Plus“ für 3,99 Dollar im Monat oder „WhatsApp Plus“ für 2,99 Dollar, Bündeltarife für Privatpersonen ab 7,99 Dollar und umfangreiche Business-Tarife, die bis zu 499 Dollar im Monat kosten. Die KI-Features basieren auf den Muse-Modellen und umfassen unter anderem Bild- und Videogenerierung, Voice Effects und das AI Studio. Die Kernfunktionen der Apps bleiben laut Meta kostenlos – Meta One erweitert lediglich das Spektrum. Alle Details zur Ankündigung: https://about.fb.com/news/2026/09/introducing-meta-one-subscription-service-more-features-ai/
Mein Fazit zu Meta
Eine KI, die einem das Leben erleichtert, ist sicher für Leute perfekt, die Hilfe brauchen – etwa beim Schreiben von Texten, beim Organisieren des Alltags oder beim Lernen neuer Dinge. Keine Frage, da steckt Potenzial drin. Aber die Meta Glass mit Kameras, die ständig alles filmen, was wir sehen, macht mir ehrlich gesagt Sorgen. Damit kann man auch unbemerkt Leute ausspionieren oder komische Videos drehen. Privatsphäre ade – das ist der Preis, den wir für diese „smarten“ Geräte zahlen. Und was Meta One angeht: Ich habe ehrlich keine Ahnung, wofür man das braucht. Das muss Meta wirklich besser erklären. Ich sehe aktuell keinen echten Vorteil gegenüber den kostenlosen Versionen der Apps. Klingt eher nach einem weiteren Versuch, an möglichst vielen Stellen Geld von uns einzusammeln.
Threads: Podcast-Promotion statt Podcast-Hosting
Die dritte grosse News dieser Woche kam von Threads. Meta positioniert die Plattform zunehmend als Ort für Creator, die ihre Inhalte bewerben wollen. In diesem Fall geht es um Podcaster. Interessant dabei: Threads möchte zwar in Podcasts als Marketing-Kanal investieren, die Plattform selbst aber nicht zum Podcast-Host machen. Die Idee ist klar – man will den Erfolg, den YouTube mit podcastspezifischen Inhalten hatte, auf Threads übertragen, ohne selbst in Hosting-Infrastruktur investieren zu müssen.
Die neuen Podcast-Funktionen im Detail
Im Detail bringt Threads folgende neue Features für Podcaster: Man kann sein Podcast-Profil und einen eigenen Banner auf dem Threads-Profil hervorheben. Einzelne Episoden lassen sich als klickbare Karten teilen, die direkt zur Folge führen. Es gibt Transkripte, die direkt im Post mitgelesen werden können – ein echtes Komfort-Plus für Hörer, die nicht nur hören, sondern auch lesen wollen. Gäste einer Folge lassen sich markieren und werden dann als verlinkte Karte angezeigt. Interessante Episoden können für später gespeichert werden. Man kann sich ausserdem von Threads erinnern lassen, sobald eine neue Episode eines abonnierten Podcasts veröffentlicht wurde. Und über Statistiken sieht man, wie viele Follower und Nicht-Follower die Beiträge anschauen, klicken oder speichern – eine wichtige Funktion für Creator, die ihre Reichweite besser verstehen wollen. Den Originalartikel von TechCrunch gibt es hier: https://techcrunch.com/2026/09/16/threads-new-features-let-podcasters-promote-shows-and-reach-listeners/
Mein Fazit zu Threads
Threads versucht offensichtlich, mehr aktive Creator auf die Plattform zu holen und auf den Podcast-Trend aufzuspringen, der bei YouTube in den letzten Jahren viele neue Inhalte und Zuschauer generiert hat. Ob das wirklich funktioniert, weiss ich nicht. Threads hat in den letzten Monaten zwar ordentlich Nutzer dazugewonnen, aber die Plattform gilt unter vielen Creators immer noch als etwas träge im Vergleich zu X, Bluesky oder eben YouTube. Die neuen Funktionen sind sinnvoll, aber entscheidend wird sein, ob die Reichweite tatsächlich da ist. Wer auf Threads postet, will ja vor allem, dass die Inhalte auch gesehen werden.
Schluss
Ich habe hier wirklich nur die Themen erfasst, die mich persönlich am meisten interessiert haben – und ich wollte bewusst keine Marketing-Phrasen von YouTube, Meta oder Threads wiederholen. Schaut euch gerne die verlinkten Beiträge und Videos an und entscheidet selbst, was euch davon gefällt, was euch begeistert und was euch vielleicht auch beunruhigt. Die Woche zeigt aus meiner Sicht ziemlich klar: KI übernimmt immer mehr Aufgaben in unserem Alltag – und damit auch immer mehr Entscheidungen darüber, was wir sehen, was wir kaufen und wie wir miteinander kommunizieren. Es liegt an uns, kritisch zu bleiben und uns nicht blind auf jede neue Funktion zu stürzen.








0 Kommentare