Frankreichs Datensteuer – Ein Versuch die Bevölkerung vom Internet auszusperren?

von Eric-Oliver Mächler | Nov. 2, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

Schlagwörter: Politik

Ich bin über die Nachrichten gestolpert und erst mal hängen geblieben: Frankreich will künftig jedes Gigabyte besteuern, das an französische Endnutzer ausgeliefert wird. 5,5 Cent pro GB.

Wer sich aber GTA herunterladen möchte, das über 200 GB gross ist, bezahlt dann über 10 € zusätzlich.

Die Sozialisten berufen sich in ihrem Antrag auf Daten der französischen Telekommunikationsbehörde ARCEP, wonach die Hälfte des französischen Datenverkehrs auf Google, Meta, Amazon, Netflix und den Cloud-Anbieter Akamai entfällt.

Die Sozialisten behaupten, das werde etwa 10 Milliarden € einbringen.

Das klingt ja auf den ersten Blick ganz gut.
Internetprovider würden bei den Plänen eine zentrale Rolle spielen. Sie wären es nämlich, die den Datenverkehr anonymisiert erfassen müssten, damit jedes betroffene Unternehmen korrekt besteuert werden kann. Datenschutzprobleme sehen die Antragsteller nicht. Es würde niemals der Inhalt der Daten geprüft und auch keine personenbezogenen Daten, etwa von Abonnenten von Content-Diensten. Nur die Menge würde erfasst. So mancher Nutzer dürfte sich dennoch daran stören, dass seine Verbindungsdaten möglicherweise in Logs für den französischen Fiskus landen. Wie genau die gespeicherten Daten ganz konkret aussehen würden, führen die Antragsteller allerdings nicht aus.

Und jetzt kommen wir der Wahrheit schon näher.

Wenn ich mir die Krawalle in Frankreich anschaue, die alle über Social Media organisiert wurden, kommen mir Zweifel, ob das mit dem Datenverkehr wirklich stimmt. Wenn die Behörden durch diese Idee nun genau tracken können, wer was macht und wann, kann das auch schneller erkannt und bestraft werden.

Und da ja das Verbot von Social Media für Kinder schon gescheitert ist (mit wenigen Klicks kann man so eine Sperre umgehen), muss also der Staat andere Wege finden, wie er die Bevölkerung unter Kontrolle bringen kann. Eine Möglichkeit wäre, das Internet zu verteuern.

Ich weiss nicht, wer von meinen Lesern so alt ist wie ich, aber ich erinnere mich noch gut daran, dass im Internetcafé 1 h Internet 10 CHF gekostet hat. Und als ich so um 1997 herum das Internet zu Hause eingerichtet habe, musste ich so 15 Rappen pro Minute bezahlen (Nachttarif), also auch so 9 CHF pro Stunde zu Hause.

Danach gab es irgendwann mal Datenpakete zu kaufen, die heute aber auch wieder verschwunden sind.

Und wenn ein Dienst auf einmal etwas an den Staat bezahlen muss, wird er das Ganze den Usern weiterverrechnen. Also wird das Internet wieder teurer und nicht mehr alle können es sich leisten.

Und gleichzeitig kann der Staat die Daten sammeln und auswerten und so Störenfriede unterdrücken, die es wagen, den Staat auf Social Media zu kritisieren (Majestätsbeleidigung) …

Also für mich ist dieser Antrag nur ein Versuch, die Randalierer davon abzuhalten, sich zu organisieren und die Bevölkerung weiter zu unterdrücken …

Naja, der Flaschengeist ist aus der Flasche draussen – wir haben nicht mehr 1940, wo man das durchziehen konnte. Sollte das Internet sterben, gibt es immer noch Alternativen wie das Dark Web oder Apps wie Briar, die ohne Internet auskommen.

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